Fränggischer Humor

 

Zu diesem Beitrag hat mich in diesen Tagen die Lektüre des im Echter Verlag neu erschienenen Buches „Lauder Dräggsägg“ animiert.

 

Weil da Themen angesprochen werden, deren ich mich auch schon gewidmet hatte. Zum Beispiel mit meinem Brief an den Berchermaster von Nemberch , wo es unter anderem um die Länge der Nembercherli und die Gründe hierfür ging. Meine Bezeichnung für „Mittelfranken“, nämlich „Middlfranggn“, hat der Autor Bernd Eusemann, geboren 1952 in Wärtsburch, anscheinend bei mir abgeschrieben, es sei denn, er hätte – so wie ich – das richtige Gespür dafür, wie man im Fränggischen Worte so schreibt, wie man sie in der Schule nicht gelernt hat. Wenn Sie nicht wissen sollten, was "Nembercherli" sind, kann ich das verstehen, weil das eine von mir kreierte Wortschöpfung ist. Metzger Seemann in Windsa versteht es, obwohl seine größer sind, als die in Nemberch. Ansonsten macht er sie ja nach Mannesgröße jedes strammen Middlfranggn, die keine Konfirmandn mehr sind.

 

Ich werden diesen Beitrag bei Gelegenheit erweitern, zur Zeit habe ich jedoch dringlichere Probleme. Muss Elisenkuchen aus Dachsbach bestellen, dort wo neben der Aisch auch noch Milch und Honig fließen.

 

02.12.2017

 

Etz getz weider. Ich werde hier definitiv keine blöden Witze hereinschreiben. Der echte fränggische Humor geht sowieso nur in der Mundart. Mit Ausnahmen, wenn er sich auf das fränggische Wesen bezieht. Und dazu fällt mir einer ein. 

 

Vor langen Jahren, im alten Jahrtausend, war ich mal wieder in Iphofen. Beim Winzer Ruck. Dort hat mir die Mutter eine Aufnahme geschenkt, die sich mit der Konstitution einer fränggischen Regierung beschäftigte, die sich gerade in der Residenz zu Wärtsburch gebildet hatte. Der damalige bayerische Innenminister, der ein Nembercher war, wurde nach dem Abfall (welch schönes doppeldeutige Wort) von Bayern der neue fränggische Ministerpräsident. Er hat damit gedroht, dass alle Bayern, die auf fränggischen Autobahnen straffällig werden, sofort abgeschoben werden. In die Türkei.

 

Ansonsten schaue ich mir immer wieder gerne die Übertragung der Veitshöchheimer Fastnacht an. Das ist manchmal echt gut, vor allen Dingen, wenn man es mit den niveaulosen Karnevalsübertragungen von Köln und Düsseldorf vergleicht. Und die eitlen Narren aller politischer Coleur sitzen ganz vorne und fühlen sich wohl, wenn man ihnen den Spiegel vor die Nase hält. Und jeder Zuschauer weiß ganz genau, dass sie im wirklichen Leben weit mehr Narreteien begehen, als sie es in der kurzen Zeit in dem Veitshöchheimer Saal glauben lassen, auch wenn sie noch so abenteuerlich verkleidet sind. Kann mir aber jemand die fränggische Übersetzung des rheinischen “Jecken“ sagen?

 

Originalton von Oti Schmelzer aus dem Steigerwald:

 

Wenn einer aus dem Fenster speit

Und nix mehr von ihm drinnen bleibt

Und wird vorübergehend blind

Herrschte starker Gegenwind

 

 

Wenn mir noch etwas einfällt, geht es weiter.

 

Da fallen mir auch noch die beiden Pseudo-Spaßvögel aus Ferth in Franggn (vulgo Fürth in Bayern) ein, die glauben, sie müssten immer in Frauenkleidern auftreten, um Lacherfolge zu erzielen. Ich sitze das tapfer aus und bin froh, wenn sie wieder weg sind. Was ich dazu noch schreiben wollte, von wegen psychopathischer Verhaltensweise von Menschen, die Frauen aus dem Wege gehen und sich trotzdem spaßhalber in Frauenkleidern produzieren, muss ich mir jetzt verkneifen, weil man gewisse Glaubensanhänger nicht diskriminieren darf. Und außerdem ist es böse. Aber auch Kabarettisten sind oft böse.


 

3.12.2017

 

Da fällt mir doch Herbert Hisel ein – verstorben 1982 an einem Herzinfarkt, als er mit dem Auto durch Kanada fuhr. Ein Nembercher Original, wer kennt ihn noch? Also:

Fuhr Herbert mit dem Moped, als ihm ein Passant in die Quere kam und umgefahren wurde. Herbert: „Pass doch auf.“ Der Passant: „Wieso, kummst du nochamol zrick“.

Jetzt brauchen Sie aber nicht vor lauter Lachen in die Housn brunzn.


 


 

 

 

 

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