Benedikt Baltes

Die Schafe von Klingenberg - Mehr Bio geht nicht

 

 

 

In diesen Tagen hatten wir eine sensationelle Begegnung. Wir trafen einen Winzer, der überhaupt keine Gifte mehr spritzt. Wenn ich ihn richtig verstanden habe.

 

Wir waren unterwegs, um die Asphodillen im Homburger Kallmuth zu fotografieren. Ob es „die Richtigen“ waren, die wir gefunden haben, ist unklar. Zumindest sehen sie nicht so aus, wie sie auf einer einschlägigen Internet-Seite zu sehen sind. Aber sie sehen ganz genau so aus, wie sie das Weingut Löwenstein auf einer interaktiven Seite zeigt, auf die noch der Erbprinz zu sehen ist. Ich gehe nun davon aus, dass „die Richtigen“ nicht auf dem Kallmuth wachsen. In der Familie gibt es darüber zwei Meinungen.

 

Am Tag vorher waren wir aber in Klingenberg am Main. Einmal bei Bastian Hamdorf, der neben seiner Aufgabe als Kellermeister bei Löwenstein in Kleinheubach noch ein eigenes, kleines Weingut hat.

 

Danach – und jetzt kommt die Sensation – besuchten wir das ehemalige Weingut der Gemeinde Klingenberg. Das Weingut Klingenberg GmbH wird nun von Benedikt Baltes geführt, der eigentlich von der Ahr kommt.

 

Benedikt Baltes ist der ultimativste Bio-Winzer, den ich jemals kennen gelernt habe. Man muss ihn reden hören. Er ist befähigt, Begeisterung zu erzeugen. Und es überzeugt, was er sagt.

 

Aus Facebook wurden mir einige Zeilen zugespielt, wo er genau das sagte, was er uns schon teilweise erzählt hat.

 

 

Biologisch/biodynamischer Weinbau liegt uns seit jeher am Herzen, dieses Jahr haben wir auch mit der offiziellen Zertifizierung begonnen. Darüber hinaus setzen sich bei uns mehr und mehr alternative Bewirtschaftungs- und Anbaumethoden durch die uns als Weingut nahezu autark werden lassen. Vieles baut aufeinander auf und hat sich mittlerweile zu einer komplett alternativen, autarken und ökologisch hochwertvollen Bewirtschaftung entwickelt. In immer mehr Weinbergen verzichten wir auf Kunststoff und Metall wie z.B. Anker, Drähte, Pfähle oder sonstige nicht natürliche Unterstützungsmaterialien und arbeiten mit sogenannten Bushvines oder wie es auf französisch heißt Gobelet. Was wir benötigen zum unterstützen oder anbinden von jungen Reben, wie z.B. Pflanzstickel oder „Wittchen“(junge Weidentriebe zum anbinden) schneiden wir von unseren eigenen Weiden die gleichzeitig die Weinberge als lebenden Zaun umfassen und so vor Wildverbiss schützen. Ältere Reben tragen sich durch den besonderen Schnitt nach 5-8 Jahren ganz von selbst. Durch die Einfriedung mit Lebendzäunen sind auch unseren fleißigen tierischen Mitarbeiter geschützt, Gänse halten im Sommer den Bewuchs klein und regen mit ihrem eingebauten Düngerstreuer auch das Bodenleben an. Um wiederum den Gänsen nicht zu schaden wenn sie das Gras im Weinberg fressen, verzichten wir auch auf den Einsatz von Kupfer und verwenden stattdessen Tees,Erden und Öle um die Reben vor Krankheiten zu schützen, diese sind für die Tiere völlig ungefährlich. Und so greift ein Rad ins andere und entwickelt sich, in den folgenden Weinbergen sind wir weitestgehend weder auf Maschinen noch auf Material von außen angewiesen, das gibt ein gutes Gefühl und der Kreislauf in unseren Weinbergen ist geschlossen.

 

 

Winzern und sonstigen Menschen, die genau hinschauen, wird auffallen, dass in BB`s Weingarten auffällig viel Gras steht. Das hat seine Richtigkeit. Natürlich nimmt er kein Glyphosat. Das sollen die Schafe erledigen. Im Übrigen rechnet er mit cirka zehn Prozent Verlust an Ertrag aufgrund seiner Bio-Philosophie. Das sieht er als Preis für sein Konzept. Und er nimmt es locker.

 

 

Ausnahmsweise mache ich mal Reklame:

 

Benedikt Baltes

Weingut Benedikt Baltes         info@weingut-benedikt-baltes.de
Wilhelmstr. 107            Web: http://www.weingut-benedikt-baltes.de/ 
63911 Klingenberg          Geschäftsführer: Benedikt Baltes
Telefon: 09372 / 2438      HRB 11295
Telefax: 09372 / 921059    Amtsgericht Aschaffenburg

Gault & Millau 2015: 3 Trauben
Eichelmann 2015: 4 Sterne 
Wein-Plus.eu: Die Entdeckung des Jahres 2013
Falstaff Wein Guide 2015: 93 Punkte (2012 Schlossberg Spätburgunder GG)
 *** Wir sind ausgezeichnet ***
Das Magazin „DER FEINSCHMECKER“ hat uns als eine der besten 300 Winzer in
Deutschland 2015 ausgezeichnet (Heft 2 – Februar 2015)
Niclas Jorgensen (www.winevirtuosity.com): Discovery of the year 
Spätburgunder’s Rising Star: Lars Daniels MV Weinmagazin “PERSWIJN”

 

Wenn man sich das Konzept mal in Ruhe durch den Kopf gehen lässt, wird aber auch klar, dass es nicht überall anwendbar ist. Bei Terrassen-Anbau wie in Klingenberg eher. Es gibt aber auch extremere Steillagen, wo es schwer wird, sich vorzustellen, dass sich die Schafe dort zurechtfinden und sie auch abschottbar sind.

 

Trotzdem mag ich nicht glauben, dass man Shark unbedingt braucht. Auch Glyphosat nicht, wie ein anderer Winzer eindrucksvoll schreibt (hier auf meiner Internet-Seite nachzulesen).

 

Natürlich dürfte ebenso klar sein, dass sich dies auf die Preise auswirken kann. Nicht unbedingt, aber möglich. Bei Benedikt Baltes wird wohl der Spätburgunder erst ab 20€ (meine Einschätzung) erschwinglich sein.

 

Da hat nun jeder die Möglichkeit, für sich zu entscheiden. „Das Leben ist zu kurz, um schlechten Wein zu trinken“, meinte schon Goethe. Und dass sich z.B. Glyphosat auch auf den Geschmack auswirken kann, behauptet unwiderlegt Martin Koessler. Ich persönlich brauche diesen Nachweis nun nicht mehr.

 

Heinz Elflein

 

10.06.2016

So halten wir es auch in dem für ökologisch arbeitende Betriebe bereits vielfach beschriebenen schwierigen Jahrgang 2016, die Menge wird aufgrund der Witterung klein aber umso mehr stecken wir an Arbeit hinein damit die Qualität besonders hoch wird. Gerade halbieren wir alle Trauben damit sie locker werden und um sie vor Fäulnis zu schützen. Mittlerweile tummeln sich auch fast ein Dutzend Schafe in den Weinbergen, sie helfen dabei das Beikraut nicht zu hoch werden zu lassen, den Boden zu düngen und beim Ausbrechen der Stammtriebe am alten Holz, ... Blätter sind eine absolute Delikatesse. 

Benedikt Baltes

 

 

 

Weinbergsarbeiter

 

 

 

 

Und hier eine sehr hochwertige Kritik aus der FAZ:

 

http://www.faz.net/aktuell/stil/essen-trinken/benedikt-baltes-keltert-exzellenten-spaetburgunder-15507671.html

 

 

Damit ist auch der Autor gemeint.

Heinz Elflein

28.03.2018

 

 

 

 

 

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