Glyphosat-freie Winzer in Franken

Positiv-Liste

 

 

Warum ich nur noch bei Bio-Winzern Wein kaufe

 

Neueste Entwicklungen laut FAZ:

 

http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/unternehmen/schlappe-fuer-monsanto-in-usa-glyphosat-kann-krebs-verursachen-15079044.html

 

Während man sich noch darüber streitet, ob Glyphosat weiter zugelassen oder verboten werden soll, ist das Thema für mich gegessen. In Punkto Wein auch getrunken. Ich bin konsequent und kaufe meinen Wein nur noch bei Winzern, bei denen ich sicher sein kann, dass sie keine Herbizide verwenden. Einen kleinen Seitenhieb auf Angela Merkel und ihren Gift-Adlatus, den Landwirtschaftsminister Schmidt, der von einer großen süddeutschen Zeitung als „Glyphosatminister“ bezeichnet wird, kann ich mir allerdings auch an dieser Stelle nicht verkneifen. Frau Merkel will nach der Wahl entscheiden. Damit gibt sie zu, dass sie das Thema nicht aus gesundheitlicher Sicht sieht, sondern nur aus machtpolitischer. Allein dafür gehört sie meines Erachtens vom Wähler abgestraft. Ich finde es ganz schön kaltschnäuzig, wie die Kanzlerin die Belange ihrer Partei über die Volksgesundheit stellt. Damit zu rechnen, dass der tumbe Wähler ihr das heimzahlt, ist allerdings nicht. Im Übrigen hat sich Frau Merkel längst entschieden. Sie glaubt nur, das den Wählern noch eine Weile vorenthalten zu können.

 

https://www.heinzelflein.de/glyphosat/angela-merkels-freunde/ 

 

 

Man muss doch klar sehen. Das Zeug soll Gras vernichten, damit es das Wachstum der Reben nicht stört. Natürlich nehmen auch die Reben das Gift auf, sie können nicht selektieren. Und damit landet es auch im Wein und letztendlich in den Mägen der Konsumenten. Von wegen „unbedenkliche Dosis“. Wieviel „unbedenkliche Mengen“ von Giften soll der Mensch eigentlich noch tolerieren. Mengen, die von Politikern, Instituten und „Wissenschaftlern“ festgelegt wurden. Sie haben mich nicht gefragt, ob ich damit einverstanden bin. Und ob Gelder geflossen sind, um Meinungen zu machen, kann man sich ausrechnen, wenn es um Milliarden geht, die gewisse Konzerne gerne auf ihrer Haben-Seite haben möchten.

 

Dann höre ich immer wieder das Argument: „In den Steillagen geht es nicht anders“. Es ödet mich an. Es gibt nämlich Winzer, die das widerlegen. Man muss halt etwas mehr mit der Harke arbeiten, was natürlich Geld kostet. Oder das Gras einfach stehen lassen. Oder einfach selber Pflanzen setzen, wie es das Weingut Roth in Wiesenbronn tut. Vermindert natürlich den Ertrag und erhöht wahrscheinlich den Preis. Na und? Muss ich Gift im Essen akzeptieren, weil es ohne teurer wird?

 

Weil ich Laie in dem Thema bin, möchte ich mir nicht anmaßen, den Winzern zu sagen, was sie statt Glyphosat nehmen sollen, was sie tun und lassen sollen. Da kann ich eigentlich nur auf ihre Berufskollegen verweisen. Sie wissen ja, wie es geht. Und sie sind in meiner nachstehenden Positiv-Liste zu finden. Die Positiv-Liste ist eine Negativ-Liste und enthält nur Winzer, die kein Glyphosat verwenden.

 

Mit drei Winzern, die (noch?) nicht auf der Positiv-Liste stehen, bin ich – per Email – ins Gespräch gekommen. Was sicher nicht optimal ist, aber ich bin kein Wein-Journalist und hätte jeweils etwas 400 km anzufahren, wenn es von Angesicht zu Angesicht gehen sollte.

Es hat mich jeweils stark berührt. Weil das Bestreben der Winzer zu spüren war, gerne von dem Teufelszeug los zu kommen, man glaubt nur nicht, dass es geht.

 

Zwei von ihnen haben ganz offen zugegeben, Glyphosat zu verwenden. Sie haben mich auch eingeladen, bei Ihnen vorbei zu kommen und mit ihnen zu reden. Fall drei war etwas anders, die momentane Chefin eines sehr berühmten Weinguts in Unterfranken hat zwar den Einsatz von Pestiziden verneint, mich aber im gleichen Atemzug und aus „anderen“ Gründen gebeten, nicht mehr über ihr Weingut zu schreiben. Man arbeite nachhaltig. Was denn sonst, habe ich ihr geantwortet.

 

Ich selbst muss zugeben, die Weine zu vermissen, die ich jetzt nicht mehr kaufe. Das ist eine äußerst emotionale Angelegenheit. Auch weil man zu der Winzerfamilie im Laufe der Jahre eine gewisse persönliche Beziehung aufgebaut hat und die nicht aufs Spiel setzen möchte. Aber da muss ich durch und freue mich über jeden Winzer, der die Kurve kriegt. Sie möchte ich gerne unterstützen. Und sie machen auch ordentliche Weine. Und meinen ehemaligen Lieblingswinzern, bei denen ich jetzt leider nicht mehr kaufen kann, ist ja beileibe nicht verboten, auf Bio umzusteigen.

 

Heinz Elflein

06.07.2017

 

 

Frei nach Shakespeare: to be(o) or not to be(o).

 

Entschuldigen Sie den Kalauer. Aber warum soll man nicht mal über seine eigenen Witze lachen, wenn es bei dem Thema sowieso nur wenig zu lachen gibt.

 

 

 

Aufnahme vom 28.9.2017

 

Zu diesem Bild bekam ich auf Nachfrage folgende Antwort:
 

Wir verwenden 3 Geräte der Firma Braun:

Eine Flachschar, eine Rollhacke und eine Stammbürste. Damit können wir diese Ergebnisse erzielen.

Und noch einmal – wir verwenden kein Glyphosat!

 

Nun, wenn das so ist – und es steht mir nicht zu, diese Antwort zu bezweifeln – frage ich mich, warum das Weingut auf seiner Internet-Seite nicht darauf hinweist. Um in die unten stehende Liste aufgenommen zu werden, reicht es damit nicht.

 

 

Positiv-Liste Stand 23.03.2018

 

Ort

Weingut

Internet-Adresse

Tip von

Mein Bericht

 

 

 

 

 

Auernhofen

Landbau Krämer

http://www.kraemer-oeko-logisch.de/index.php/startseite.html

Martin

Kössler

Landbau-Kraemer-Auernhofen

Hammelburg

Schloss Saaleck

http://www.weingut-schloss-saaleck.de/

BR 3*

 

Hüttenheim

Weinhof am Nussbaum
Linda & Erhard Haßold

http://www.weinhof-am-nussbaum.de/

Magazin Nordbayern

Weinhof-am-Nussbaum-Huettenheim/

Iphofen

Bausewein

http://www.altstadthotel-bausewein.de/

 

 

Iphofen

Weigand

http://www.weingut-weigand.de/

BR 3 März 18

 

Klingenberg

Bastian Hamdorf

https://www.weingut-bastian-hamdorf.de/

Mein Bruder

Bastian-Hamdorf-Klingenberg

Klingenberg

Benedikt Baltes

http://www.weingut-benedikt-baltes.de/

Mein Bruder

Benedikt-Baltes

Nordheim

Rainer Zang

https://www.oekoweingut-zang.de/

Martin Kössler

http://www.weinhalle.de/rainer-zang.html

 

Martin Kössler

 

 

Nordheim

Rothe

http://weingut-rothe.de/

Magazin Tiepolo

 

Retzstadt

Rudolf May

http://www.weingut-may.de/

Restaurant Stadtpalais Wertheim

Rudolf-May-Retzstadt

Sommerach

Richard Östreicher

www.weingut-richard-oestreicher.de

http://www.weinhalle.de/richard-oestreicher.html

Martin Kössler

 

Sulzfeld

Zehnthof Luckert

http://www.weingut-zehnthof.de/#!/

 

Zehnthof-Luckert-Sulzfeld

Theilheim

Deppisch

ttps://www.deppischwein-gut.de/weingut

Martin Kössler

 

Ulsenheim

Markus Meier

http://www.weingutmeier.de/

Verschiedene

Weinstuben

Markus-Meier

Wiesenbronn

Gerhard Roth

http://www.weingut-roth.de/

BR 3*

Weingut-Roth-in-Wiesenbronn

Würzburg

Weingut am Stein

http://www.vinothek-am-stein.de/

Magazin Tiepolo

 

 

 

 

* Auf die Idee , diese Liste zu erstellen, bin ich gekommen, als ich die Sendung von BR3 vom 24.07.2016 gesehen habe:

 

http://www.br.de/mediathek/video/sendungen/unter-unserem-himmel/fraenkische-winzer-auf-neuen-wegen-100.html

 

Autorin: Frau Hiltrud Reiter aus Sommerach, Hotel Weinblatt.

Mein Versuch, mit der Dame ins Gespräch zu kommen, war leider nicht von Erfolg gekrönt. Aber wie heißt es doch: Selbst ist der Mann. Leider hat die Dame auf ihre Winzernachbarn offenbar wenig Einfluss, wenn man nachstehenden Beitrag liest.

 

Heinz Elflein

06.07.2017

 

Zum Kopieren: Glypjhosat-freie Winzer in Franken
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Von Richard Östreicher aus Sommerach bekam ich auf Anfrage folgende Antwort:

 

Nein, Glyphosat spritzen wir nicht. Das passt nun wirklich nicht zu unserer eigenen Lebensweise, zu unseren Überzeugungen und Ansprüchen an Qualität. Wir achten das Kleinklima; gesunde Böden sind die Grundlage für große Weine. Wenn's nicht anders geht, hacken wir auch mit der Hand das Unkraut, ansonsten mit der Rollhacke. Wir haben komplett natürliche Begrünung in unseren Weinbergen, bewässern nicht künstlich (hohe Erträge interessieren uns nicht. Durchschnittsertrag des Weinguts liegt bei ca. 40 hl/ha). Alle paar Jahre wird jede 2. Gasse gespatet, um den Boden zu belüften, die Querwurzeln zu kappen und das Tiefenwachstum der Wurzeln anzuregen. Im Keller dann natürlich vollständiger Verzicht auf Schönungsmittel, Enzyme, Reinzuchthefen (nur Spontangärung).

 

Gleichzeitig schreibt ein bekannter Weinhändler auf seiner Internet-Seite (Auszug):

 

»Sauber« mit Glyphosaten abgespritzte Weinbergs-Monotonie soweit das Auge blickt. Von Sommerach bis Volkach, mit kleinen Inselchen biologisch-ökologischen Widerstands dazwischen. Dieser Krieg gegen die Natur setzt sich auf der gegenüberliegenden Mainseite auf von jahrelangem systematischen Herbizideinsatz versinterten, toten Böden auf brutal sichtbare Weise fort. Ein frustrierender Anblick, diese einstmals stolzen Steillagen. Dieser traurigen Realität widersetzt sich Richard Östreicher. Als er 1995 den Hof vom Vater übernimmt, ist er noch Teil des Industrie-Wahns im Weinbau. Als Gründungsmitglied von »Frank und Frei«, einer Winzervereinigung, die sich ganz bewußt der fruchtigen Uniformität internationaler Stilistik verschrieben hat, merkt er aber schnell, daß Reinzuchthefen, Aromaenzyme und Kaltvergärung nicht das sind, was seiner Vorstellung von Weinqualität entspricht. Er orientiert sich um, reist nach Frankreich, verkostet viel und beginnt französisches Rebmaterial zu pflanzen. Im Silvaner sieht er bis heute nicht seine Zukunft, obwohl er vom Vater erstklassige alte Silvaner-Parzellen bekam. Der hatte damals schon Pinot Noir gepflanzt und damit Richards Vorliebe für hochwertige Burgundersorten entfacht.

 

Heinz Elflein

 

01.03.2018

 

 

Glyphosat-freie Lage in Iphofen, 28.09.2017

 

 

 

Andi Weigand aus Iphofen, den ich nach der Sendung des BR3 am 22.3.18 angeschrieben hatte,  teilte mir folgendes mit:Wie Sie, so sind auch wir ganz große Gegner von Glyphosat. Das steht für uns außer Frage!

Wir arbeiten darüber hinaus auch Biologisch und sind bei Naturland zertifiziert.

Viele Grüße und viel Erfolg in Ihrem Kampf gegen die Bösen dieser Welt ...“

Da sage ich nur: Danke, Andy.

 

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