Homburger Kallmuth

Der mystische Weinberg

Bild genehmigt von Tourismus Triefenstein

 

 

Jedes Mal, wenn ich auf der Autobahn zwischen Frankfurt und Würzburg unterwegs bin und die Abfahrt 65 – Marktheidenfeld - passiert habe, werfe ich, wenn der Verkehr es zulässt, den Blick nach links, um ganz kurz den Homburger Kallmuth zu erhaschen. Könnte auch die Autobahn verlassen, um den Main entlang zu fahren, bis sich der Berg nähert.

 

Manchmal tun wir es, wenn wir in Franken bleiben wollen und fahren bei Wertheim/Lengfurth wieder auf, oder die B8 bis Würzburg weiter.

 

Der Homburger Kallmuth ist für mich ein ganz besonderer Weinberg. Das führte in diesen Tagen dazu, dass ich ein Gespräch im Familienkreis zum Anlass nahm, die hinterste Ecke meines Computers zu durchsuchen. Ich wurde fündig. Der Bericht, mit dem ich beschrieb, wie wir 1999 einer Einladung des Weinguts Fürst Löwenstein gefolgt sind, ist nun wieder da. Er steht jetzt auf dieser Seite ganz unten, nachdem ich ihn aus dem HTML-Format in das PDF-Format gequetscht habe. Die Links funktionieren nicht mehr.

 

Was zwischenzeitlich rund um den Homburger Kallmuth passiert ist, habe ich ausführlich unter der Rubrik „Mein Main“ beschrieben (Steht jetzt auch hierunter). Wir hatten 2014 anlässlich des Hoffestes bei Wirsching in Iphofen die Gelegenheit wahrgenommen, wieder einmal im Lindenhof zu Kreuzwertheim sowie am Homburger Kallmuth vorbei zu schauen.

 

Es ist vieles nicht mehr so, wie es 1999 war. Leider ist auch ein ganz besonders trauriges Ereignis dabei.

 

Ich erinnere mich noch, wie ich während eines Weinfestes im Schlosspark zu Kleinheubach die Respektlosigkeit besessen habe, den Erbprinz zu fragen, wie man Erbprinz wird. Er hat es uns ganz freundlich erklärt. Nach seinem Unfalltod führt seine Frau das Weingut.

 

Wir trinken nun seit langen Jahren Weine anderer Lagen. Das hängt auch damit zusammen, dass der seinerzeitige Verwalter des Weinguts, Herr Haller, nun in Würzburg tätig ist und wir so recht kein Vertrauen zu seiner Nachfolgerin hatten. Die nun auch schon nicht mehr da ist. Auch im wunderschön-nostalgischen kleinen Weingut in Kreuzwertheim lagert nun kein Homburger Kallmuth in den Fässern mehr. Das Weingut ist in das Schlossgelände Kleinheubach umgezogen. Ein Grund, mal dort vorbeizuschauen, um zu probieren.

 

Eigentlich möchte ich eines Tages im Mai wieder den Berg hinauf steigen, die Asphodill-Blüte fotografieren um mich dann mit einem kühlen Silvaner und einer kleinen Brotzeit in den Berg zu setzen. Vielleicht kommen dann meine Lieben von oben dazu. Wegen des Wetters habe ich keine Besorgnis. Ich weiß ja, dass die aufsteigende Wärme des Homburger Kallmuth die Wolken abweist. Mystik pur.

 

Sofern Sie, geneigte Leser, den untenstehenden Bericht aus 1999 noch nicht gelesen haben, empfehle ich Ihnen dringend, das zu tun. Dann werden Sie meine gewisse Ehrfurcht vor diesem Naturwunder verstehen. Trinken Sie halt ein Glas Silvaner dazu.

 

21.09.2015

 

Übrigens, der neue Verwalter des Weinguts heißt Bastian Hamdorf und stammt von der Insel Föhr.

 

01.01.2017

 

Was sich auch schon wieder überholt hat. Bastian Hamdorf hat Löwenstein verlassen. Möchte das nicht weiter kommentieren.

 

Der neue Kellermeister heißt Peter Arnold. Er hat nach eigenem Aussagen bei Loewenstein gelernt. Nun dann.

 

 

Weil wir nun schon nostalgisch unterwegs waren und im Lindenhof zu Kreuzwertheim Blaue Zipfel geschlemmt hatten, wollten wir noch einmal einen Blick auf den Homburger Kallmuth werfen, der der erste Anlass für unsere unvergesslichen Aufenthalte in Kreuzwertheim war. Das ließ sich auf unserer autobahnlosen Weiterfahrt gut machen. Es hat sich ja einiges getan mit und um das Weingut des Fürsten. Kellermeister Haller wirkt nun in Würzburg. Der junge Fürst ist auf dem Nürburgring tödlich verunglückt. Auf folgender Internetseite ist er noch zu sehen:

 

http://www.loewenstein.de/kallmuth/default.asp

 

Über den Homburger Kallmuth könnte ich seitenlange Abhandlungen schreiben. Er ist der interessanteste Weinberg, den ich kenne. 80% Neigung.  

 

Wenn wir noch eine Stunde länger hätten erübrigen wollen, wäre ich vielleicht Wunsch und Versuchung gefolgt, auf den Berg zu steigen, um zu sehen, wie die Orchideen stehen.

 

Wer Wein vom Homburger Kallmuth kauft, bekommt nur „echten“ Homburger Kallmuth, wenn er auch noch „Fürst Löwenstein“ auf dem Etikett findet. Wenn ein anderer Winzername zu lesen ist, handelt es sich ursprünglich (und später bestätigten) um Nazi-sanktionierten Etikettenschwindel. Die Weine wachsen dann neben dem Berg in einer Homburger Nachbarlage. Sie sind deswegen nicht unbedingt schlecht. Nur nutzen deren Erzeuger das Privileg, das ihnen im Dritten Reich zugestanden wurde. Es wurde ihnen nicht mehr streitig gemacht. Als ich den Grund hierfür bei dem seinerzeitigen Verwalter, Herrn Haller, nachfragen wollte, hat dieser abgewunken. Man redet nicht darüber. Mit Verlaub, wenn das alles so stimmt, würde ich als betroffener Winzer auf dieses Privileg gerne verzichten. Als Kunde habe ich so meine Probleme, den "falschen" Homburger Kallmuth zu kaufen.

 

 

Zur Speicherfähigkeit des Buntstandsteins erfuhren wir vom Restaurantchef des Lindenhofes in Kreuzwertheim ein interessantes Detail: Wenn im ca. 20 km entfernten Thüngersheim - gelegen am anderen Ende des Mainvierecks und ebenfalls von der geologischen Formation des Buntsandsteins durchzogen - Hochwasser herrscht, sprudeln am Kallmuth die Quellen. Erstaunlich, bleibt zu ergründen, ob Geologen dieses Phänomen bestätigen.

 

Nachstehend der Bericht aus 1999: Man kann es tatsächlich noch lesen. 

Der Inhalt ist jetzt schon Nostalgie.

 

Homburger Kallmuth - Der Zauberberg

Im Jagdhaus des Fürsten - 1999

 

Zauberberg.pdf
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