Rudolf May, Retzstadt

 

 

Wie man über Wein zu Wein kommt, möchte ich hier berichten. Und sofort aufklären, was ich da meine. Wir waren im Mai 2016 unterwegs, um den Homburger Kallmuth zu besteigen.

 

Besteigung-des-Kallmuth

 

Was wir auch getan haben. Mit einem Picknick auf dem Berg, das uns komfortabel und schmackhaft Ingolf Wiessler vom Lindenhof in Kreuzwertheim vorbereitet hatte. Nachdem wir bereits am Vorabend im Lindenhof vorzüglich getafelt hatten.

 

Nun stand ein Besuch im Stadtpalais Wertheim an. Weil mein Bruder Werner das kulinarische Erlebnis nach dem Gipfel des Kallmuth noch höher treiben wollte. Ich muss gestehen, alles vergessen zu haben, was bei uns auf dem Teller lag. Aber nicht, was wir im Glas hatten. Es war ein Spätburgunder vom Weingut Rudolf May in Retzstadt. Der hat uns voll überzeugt.

 

Es hat uns so überzeugt, dass Werner nichts Besseres zu tun hatte, als auf dem Rückweg nach Hause beim Weingut vorbei zu fahren, Wein einzukaufen und noch überzeugter nach Hause zu kommen. Was mich veranlasst hat, es ihm mit einer zunächst kleinen Bestellung Spätburgunder vom Retzstädter Langenberg nachzutun.

 

Ich soll den Wein bloß liegen lassen, meinte unser oberster Sachverständiger Werner. Nicht vor 2017 öffnen. Heute – am Gründonnerstag 2017 – habe ich beschlossen, die erste Flasche für den Ostersonntag in den Temperierschrank zu legen.

 

Das ist aber nicht der eigentliche Grund für diesen Beitrag. Der eigentliche Grund ist die Post vom Weingut Rudolf May, die heute im Briefkasten lag. „Nichts für Anfänger“ stand auf einem Faltblatt darin. Womit ich mich voll getroffen fühlte und geneigt war, den gesamten Brief in den Papierkorb zu befördern. Abgehalten hat mich ein Absatz im Anschreiben: „Im letzten September haben wir uns als Biobetrieb angemeldet und sind nun in der sogenannten Umstellungsphase“. Wobei wohl Sohn Benedikt maßgeblich Antrieb war.

 

Das freut mich außerordentlich und ich erhebe das Weingut nun in den Stand, namentlich an exponierter Stelle auf dieser Internet-Seite genannt zu werden. Obwohl ich sicher wohl vorläufig weiter Anfänger in Sachen May-Weine bleiben werde.

 

Selbstauskunft
 

Wir sind ein fränkisches Weingut aus Retzstadt, nördlich von Würzburg. Mit unserem Weingut starteten wir 1998, nachdem unsere Vorfahren als Traubenerzeuger tätig waren.

Heute bewirtschaften wir 13,8 ha, die mit ca. 65 % Silvaner bepflanzt sind. Weitere Rebsorten sind: Spätburgunder, Weißburgunder, Grauburgunder, Riesling und Müller-Thurgau.

Unsere Philosophie ist es, ausdrucksstarke Weine vom Muschelkalk geprägt, mit feinen mineralischen Noten zu erzeugen - vor allem beim Silvaner. Beim Silvaner ist ein Großteil der Fläche mit alten Rebbeständen( 4 ha. mit einem alter zwischen 35 u. 53 Jahre) bepflanzt.

Wir reduzieren den Ertrag, arbeiten bei den trockenen Weinen nur mit gesundem Lesegut und im Keller setzen wir bei den meisten Weinen, außer geringen Mengen schwefliger Säure, keine Enzyme oder Hefen zu.

 

Wer Wein vom Weingut Rudolf May kaufen möchte, muss etwas tiefer in die Tasche greifen, als er vielleicht gewohnt ist. Weil wir aber bereits Wein vom Gut getrunken haben und wie oben erwähnt, voll überzeugt waren, gehen wir davon aus, dass keine Absatz-Probleme bei May aufkommen werden.

 

Wenn wir Ende Mai 2017 wieder in Franken unterwegs sind, wird es uns eine Freude sein, in Retzstadt vorbei zu schauen.

 

Heinz Elflein

13.04.2017

 

Was wir leider nicht geschafft haben. Aber inzwischen haben wir einige Flaschen Silvaner getrunken. Ich glaube, die Säure schmeckt durch und ich mache mir Gedanken, ob das meinem Reflux-geplagten Magen gut tut.

 

02.08.2017

 

 

Benediktusberg
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