Weinhof am Nussbaum, Hüttenheim

 

 

Mein Kontakt zu dem Weinhof am Nussbaum hat sich auf eine etwas seltene Weise ergeben. Weil ich von meinem circa 300-400 km von den Frankenweinen entfernten Büro in meinem Haus öfter das Online-Magazin „Nordbayern“ anklicke. Dort fand ich nachstehenden Artikel:

 

http://www.nordbayern.de/region/bad-windsheim/das-weinparadies-franken-ladt-zu-wanderung-ein-1.6268307

 

Der Artikel hat mich deswegen besonders angesprochen, weil ich erstens durch Hüttenheim immer fahre, wenn ich auf meiner speziellen Route von Neuss am Rhein nach Middlfranggn unterwegs bin und gelegentlich im fränkischen Weinland hängen bleibe.

 

Aber auch, weil ich gerade dabei bin, meine Gewohnheiten als Weintrinker gesundheitlichen Aspekten anzupassen und deswegen nicht mehr bei Winzern kaufe, von denen ich weiß oder vermute, dass sie Herbizide verwenden. Anstoß war die Darmkrebserkrankung zweier guter Freunde, von denen einer schon verstorben ist und der andere jetzt Therapie Nummer drei durchmacht. Freundliche Grüße an dieser Stelle an Monsanto und Bayer.

 

Darüber hinaus auch, weil ich erst im Herbst 2016 von Bad Windsheim aus eine Erkundungstour per Pkw durch middlfränggische und underfränggische Weinlandschaften unternommen habe.

 

Da ging mir ja richtig das Herz auf. Nicht, dass ich die Gegenden nicht schon von früher gekannt hätte. Bin ja nicht mehr so jung und eigentlich regelmäßig in meine Heimat gefahren. Aber so war es eben eine emotionale Auffrischung.

 

Der Weinhof am Nussbaum residiert in Hüttenheim, das irgendwann seine kommunale Selbständigkeit verloren hat und nun zur Verwaltungsgemeinde Iphofen gehört. Die Sprechstunden in den noch vorhandenen Rathäusern der früher selbständigen Gemeinden variieren.

 

Das hat aber auf den Wein wenig Einfluss und unsere Erstbestellung sah wie folgt aus:

 

Silvaner S

6

8,00 €

Domina

3

8,50 €

Domina Rose

3

6,80 €

Schwarzriesling

3

9,00 €

Bacchus liebl.

3

6,00 €

 

Weil ich so ein überzeugender Franke bin, bekam ich die Bestellung frachtfrei.

Der Postbote war ein armes Schwein. Er musste nämlich nicht 3 Pakete a 6 Flaschen transportieren, sondern ein einziges mit 18. Mich selbst habe ich nicht bedauert, als ich hinterher das Riesenpaket in den Keller schleppte.

 

Getrunken haben wir den Wein – ausgenommen den Bacchus – nach einer Scham-und Weinberuhigungsfrist von einem Tag. Der Silvaner sehr aromatisch, fast halbtrocken. Die Domina Rose musste deswegen sofort herhalten, weil es gegrilltes Geflügel gab und nun ist sie leider auch schon ausgetrunken. Zum roten Domina (Strapswein) haben wir eine fast erotische Beziehung, die aus einer Weinreise mit unseren Düsseldorfer Freunden nach Veitshöchheim aus dem vorigen Jahrhundert stammt. Ist aber harmlos, nur witzig. Können wir erzählen, wenn Bedarf besteht.

Ein Hammer von 14 Prozent Alkohol der Schwarzriesling. Aber sehr rund im Geschmack.

 

Jetzt müssen wir nur noch Familie Haßold und den Weinhof am Nussbaum persönlich kontaminieren, wenn ich wieder mal auf Angeltour an der Aisch bin. Da hoffe ich fast auf einen Schlechtwettertag, um dorthin zu fahren, wenn Angeln keinen Spaß macht. Müssen ja auch noch die Ausstellung der Künstlerin Gabi Regele anschauen, die so wunderschöne Aquarelle malt, die gerade im Weinhof ausgestellt sind.

 

Zugeben muss ich auch, dass es mich sehr reizen würde, einige Tage im Weinhof zu übernachten. Das Gästehaus ist da. Nur habe ich da das Problem, dass wir uns leider nicht vierteilen oder beamen können und deshalb nicht an verschiedenen reizvollen Orten gleichzeitig sein dürfen.

 

Ist halt so. Wergli.

 

Heinz Elflein

10.07.2017

 

 

Frau Haßold
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