Glyphosat, Politiker, Volksverdummer, Skrupellose

 

 

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  Die Diskussion über die Einbringung von Pestiziden in landwirtschaftlich genutzte Böden hat sich in den letzten Jahren vervielfacht. Verbraucher sind es leid, sich von Chemieriesen und der Agrarindustrie vormachen zu lassen, die Gifte seien nicht gefährlich, „wenn man sie vorschriftsmäßig anwendet“. Sie seien aber notwendig für die Versorgung mit Lebensmitteln. Ein Meisterstück an Einfalt hat hierzu der letzte Landwirtschaftsminister Schmidt geliefert. Er plappert den Spruch von der vorschriftsmäßigen Anwendung nach und die Horde der Einfaltspinsel mit ihm.

 

 

Was soll das denn heißen, „vorschriftsmäßig anwenden“. Wer kontrolliert das denn? Steht immer ein Aufseher daneben, wenn das Bäuerlein die Sauce mischt ? Und wenn halt etwas mehr auf die bösen Pflanzen kommt, wirkt es auch besser. Doppelt genäht. Weiß ja sowieso keine Sau, wo das Krebslein herkommt, das in den Eingeweiden nagt. Das Schwein im Stall schon gar nicht, weil es vorher geschlachtet wird und seinen Segen an die weitergibt, die das Schwein aufessen. Irgendwie gerecht, nicht ? Mett mit Majoran und Roundup. Das braucht man nicht nachzuwürzen, es ist schon drin.

 

Wäre es aber nur Einfalt, was man den Giftbefürwortern zuschreiben möchte, wäre dies ja fast harmlos. Es beginnt mit Gewinnstreben, was ja nicht verboten ist und geht weiter mit Täuschung und Volksverdummung. Dazu kommt Gewissenlosigkeit und Skrupellosigkeit. Monsantos sehen nur die Gewinnspanne und ihre jährliche Provision. Die Volksgesundheit ist ihnen schnurzpiepegal. Nach ihnen die Sintflut. Die nächste Generation soll es richten, wenn sie in der Kiste liegen. Wenn man den Managern nachweisen könnte, dass sie von der Krebsgefahr wissen und trotzdem das Gegenteil behaupten, gehören sie an einen sicheren Ort.

 

Hatte Monsanto doch tatsächlich die Unverfrorenheit, „Gutachten“ selber zu schreiben, wo „nachgewiesen“ wird, dass der Unkrautkiller nicht krebserregend ist. Und es von „Wissenschaftlern“ unterschreiben zu lassen. So als hätten diese das „Gutachten“ selbst nach reiflicher Prüfung des Stoffes erstellt, der Aktionäre glücklich macht und Lebewesen umbringt. Fragt sich, was sie für ihre Bestechlichkeit abgesahnt und ob sie den plötzlichen Reichtum auch ordnungsgemäß versteuert haben. Nach ihrer Gesinnung braucht man nicht fragen. Die dürfte klar sein.

 

Die Frage, ob Glyphosat krebserregend sei, wird von den Befürwortern gerne mit dem Argument beantwortet, dies sei nicht erwiesen. Mein Gott, allein der Verdacht dürfte wohl genügen. Der Mensch soll wohl das Versuchskaninchen sein. Weil im Umkehrschluss nicht gefordert werden kann, der Hersteller solle beweisen, dass es nicht krebserregend sei, ist dies bedauerlich. „Wenn etwas nicht da ist, kann man nicht beweisen, dass es nicht da ist“, hat seine gewisse Logik. Man kann aber geflissentlich übersehen, was da ist, wenn man dafür nur gut entlohnt wird.

 

Für Winzer und Landwirte ist der Unkrautvernichter kostensparend. Manche Winzer argumentieren mit der Schwierigkeit, Steillagen zu bewirtschaften. Andere meinen, sie brauchen keine Herbizide, kommen mit der Hacke klar. Es gibt auch Weingüter, die keine klare Antwort geben. Sie gehören zu den Herbizid-Anwendern, denn Bio-Weingüter werben damit, diese nicht zu verwenden. Ich denke, dann soll halt der Winzer mit der Escherndorfer Steillage den Boden nach alter Väter Weise bearbeiten und den Wein teurer machen. Naturbewusste kaufen ihn dann auch wieder. Wenn er ansonsten gut ist. Andere Winzer beweisen, dass ihre Weine trotz Bio überhaupt nicht teuer sind. Es stimmt. Der Weinhändler Martin Kössler aus Nürnberg ist der Ansicht, Glyphosat würde auch den Geschmack des Weins verändern. Weil das Teufelszeug auch in die Wurzeln gehe. Ich kaufe gerne bei ihm, weil ich weiß, dass er nur saubere Weine im Programm hat.

 

http://www.elfleins-frankenschau.de/verlogene-weinwelt/kösslers-kolumne/

 

 

Der ehemalige Minister Schmidt hat sich im Übrigen neben seiner Einfaltspinselei auch noch die Unverschämtheit geleistet, bei einer Abstimmung der EG mit der Stimme für Deutschland der Weiterverwendung von Glyphosat zuzustimmen. Gegen den Willen des Koalitionspartners SPD. Die haben zwar herumgemosert, aber nichts Nachhaltiges unternommen. Seine leitenden Beamten sollen Schmidt dazu gedrängt haben, die Einwendungen des Koalitionspartners zu ignorieren. Es ist schon schwer für die Beamten des Landwirtschaftsministeriums, jedesmal einen anderen ahnungslosen Minister auf den richtigen Pfad zu bringen. Warum das so ist? Haben die Bediensteten etwas davon? Was ist für sie die Gesundheit der Bevölkerung wert, aus dessen Steuergeldern sie alimentiert werden? Da schleichen sich Gedanken ein, deren Veröffentlichung mir zu riskant ist.

 

Die Nachfolgerin des Herrn Schmidt – dessen Blütenträume für einen Nachfolgejob als Staatssekretär sich nicht erfüllt haben – hat schon von vornherein erkennen lassen, sie sei für Glyphosat. Naja, wenn man Weinkönigin war (was sie nicht gerne hört) und Tochter eines Winzers ist, verwundert das nicht. Was ein Hinweis für Konsumenten sein sollte, die dort kaufen.  

 

Was sagt da die Journaille?

 

Julia Klöckner vermittelt überall den Eindruck freundlich-energischer Entschlossenheit. Tatsächlich ist die Landwirtschaftsministerin längst eine Getriebene der Agrarlobby.

Bundesumweltministerin Svenja Schulze hat Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner vor Beginn der Grünen Woche vorgeworfen, eine EU-Agrarwende in Richtung mehr Umweltschutz zu blockieren. "Bisher ist Deutschland in Brüssel leider nur Zaungast", sagte die SPD-Politikerin der "Neuen Osnabrücker Zeitung". 

 

Mangels Unterstützung aus dem Agrarministerium konnten wir als Bundesregierung bisher keinen einzigen der konkreten Vorschläge für mehr Umweltschutz in der Agrarförderung aktiv unterstützen", warf Schulze ihrer CDU-Kollegin in der schwarz-roten Bundesregierung vor. Es sei "dringend notwendig, dass alle in der Bundesregierung klar Position beziehen für mehr Umweltschutz und für mehr soziale Gerechtigkeit bei der Verteilung der EU-Gelder", sagte die Umweltministerin.“

 

Frau Klöckner hält viel von „Selbstverpflichtungen“, man solle die Agrarindustrie nicht so sehr mit Vorschriften belasten. Da hätten wir die nächste Einfaltspinselei. Glaubt sie im Ernst, Selbstverpflichtungen würden eingehalten? Klingt ja zunächst gut, ist aber wirkungslos. Es zählt nur Profit. 

 

Meines Erachtens wäre Julia Klöckner prädestiniert, eine Misswahl für Damen über 40 zu gewinnen. Meine Stimme bekäme sie glatt. Aber für eine Spitzenposition in der Politik halte ich sie für nicht geeignet. Da geht es halt nicht nach Schönheit. 

 

 

Schaut man sich die politischen Ausrichtungen an, fällt auf, die Giftbefürworter sind von der Union. 

 

Angela Merkel ganz besonders. Hat ja den Großbauern ihres Wahlkreises die Weiterverwendung von Glyphosat nach der Wahl versprochen. Nach dem Motto, wenn ihr CDU wählt, bekommt Ihr Euer Roundup weiter. Über die FDP weiß man nix Genaues. SPD und Grüne stehen auf der Seite des Verbrauchers. Warum sich das nicht deutlich an den Wahlergebnissen spiegelt, kann vermutet werden. Unsere Wähler sind halt auch nicht intelligenter, als die in USA, England und dem Rest der Welt.

 

Als ich hörte, Bayer wolle Monsanto kaufen, habe ich es erst nicht geglaubt. Wie kann man angesichts der bevorstehenden Klagen nur so dumm sein, dachte ich. Kann man. Und man kann dafür locker 66 Miliarden ausgeben. 

 

 

Aus Informationsdienst Gentechnik:

 

Viel Kritik wird Bayer in zahlreichen Prozessen in aller Welt zu hören bekommen: Es geht um Gesundheitsschäden durch Monsanto-Produkte, aggressive Verkaufsmethoden und fragwürdige Patente. Hier wird der Name Monsanto noch über Jahre eine Rolle spielen und der Bayer-Konzern künftig als Rechtsnachfolger in der Verantwortung stehen – auch finanziell. Unter anderem wegen dieser Risiken war der Monsanto-Deal unter Bayer-Aktionären höchst umstritten.

Auch das Pflanzengift Glyphosat wird bei den Gesprächen mit Kritikern sicher ein Thema sein, das im weltweit meistverkauften Unkrautvernichter Roundup von Monsanto enthalten ist. Es steht im Verdacht, zu Erkrankungen bis hin zu Krebs zu führen. Roundup wird unter diesem Namen künftig von Bayer verkauft werden – wie auch andere bekannte Produkte Monsantos Geld in die Kassen der Leverkusener spülen sollen. Schließlich muss die gute Rendite, die man den Aktionären als Folge der Übernahme versprochen hat, erst mal verdient werden.“

 

Der Vorstand von Bayer hat sich kürzlich mit folgendem Statement geäußert: „Der Kauf von Monsanto war richtig. Wir würden es sofort wieder tun“.

 

Klar, wenn man nur den finanziellen Aspekt sieht, kann man diese Aussage vielleicht nachvollziehen. Mir wird aber Angst vor Menschen, die das Eurozeichen in den Augen haben.  

 

Werner Baumann, Bayer

 

Frage mich auch, wie es mit der Ehrenhaftigkeit der Bayer-Führung bestellt ist. Auch hier der klassische Konflikt. Mammon schlägt Gesundheit. Man sollte sich dazu auch mal die „Fakten“ ansehen, wie sie Bayer darstellt: 

 

https://www.hier-sind-die-fakten.de/de/bayer-und-monsanto-was-heisst-das-fuer-die-landwirtschaft.aspx/?utm_source=google&utm_medium=sea&utm_campaign=hsdf_flight3&utm_term=bayer_monsanto_broad&utm_content=bayer

 

Es handelt sich bei dieser Verlautbarung um eine Anzeige der Bayer AG. 800 Millionen Menschen leiden Hunger. Da muss also Bayer mit Roundup kommen, damit das aufhört. Die Menschheit braucht eine 50prozentige Produktionssteigerung, um weiter ernährt werden zu können. Sie schreiben aber auch, die Landwirtschaft müsse ökologischer werden. Wie das mit Chemie zu bewerkstelligen ist, bleibt mir ein Rätsel. Das andere Rätsel, wie man aus kaputt gespritzten Böden Ertrag erwirtschaften soll, kann auch Bayer nicht lösen. Stufen wir also den Beitrag als den untauglichen Versuch einer weiteren Volksverdummung ein. Nur Politiker und Ministerialräte glauben so etwas. Ob dem Glauben nachgeholfen wird, werden wir nie erfahren.

 

Auf die sonstigen Argumente von Bayer will ich hier nicht eingehen, es würde den Rahmen sprengen.

 

 

                                   Mit Glyphosat unkrautfrei gemacht (Foto: Kössler)

 

 

Aus Proplanta:

 

https://www.proplanta.de/Agrar-Nachrichten/Agrarpolitik/Glyphosat-Zulassung-Hat-deutsche-Pruefbehoerde-Monsanto-Einschaetzung-kopiert_article1547619787.html

 

Brüssel - Europaabgeordnete von Grünen, Sozialdemokraten und Linken werfen dem Bundesinstitut für Risikobewertung vor, bei der Zulassung des umstrittenen Pflanzengifts Glyphosat aus einem Papier der Chemieindustrie abgeschrieben zu haben. Die Parlamentarier beziehen sich auf eine von ihnen in Auftrag gegebene Studie. Demnach soll das BfR mehr als die Hälfte seiner Einschätzungen zu den gesundheitlichen Folgen von Glyphosat aus dem Zulassungsantrag großer Produzenten wie Monsanto kopiert haben. Das BfR hatte Glyphosat für die erneute EU-weite Zulassung 2017 federführend untersucht. Gegen Glyphosat hatte es im Zulassungsverfahren vor allem in Deutschland massive Proteste gegeben. Das Mittel steht unter Verdacht, krebserregend zu sein.

Die Grünen-Abgeordnete Maria Heubuch kritisierte am Dienstag: «Das Bundesinstitut für Risikobewertung schreibt schlicht bei Monsanto ab, die Plagiate sind völlig inakzeptabel.» Die Geschäfte der chemischen Industrie dürften nicht über der Gesundheit der Menschen und dem Umweltschutz stehen.

Die SPD-Europaabgeordnete Maria Noichl forderte, die BfR-Bewertung von Glyphosat
solle für ungültig erklärt und der Prüfauftrag an ein anderes EU-Land vergeben werden. „

 

Die Behörde weist die Vorwürfe zurück. Texte aus Zulassungsanträgen zu übernehmen, sei üblich.

Was soll Mensch und Staatsbürger da machen? Will man durch Abschreiben nur die eigene Unfähigkeit zu einem fachgerechten Urteil übertünchen? Oder steht man unter dem gleichen Einfluss wie evtl. das Ministerium für Landwirtschaft? Wir werden auch das nie erfahren.

 

Sehr geehrter Leser, Sie werden vermutlich denken, dieser Beitrag von mir sei reichlich bissig. Mag sein, aber dazu stehe ich. Kann es noch deutlicher. Leute ohne menschliche Moral braucht der Planet nicht. Geld kann man nicht essen.

 

Noch ein bisschen Philosophie: Diese Geisteshaltung wird dazu führen, dass sich die Menschheit selbst ausrottet. Mit jeder Generation ein Stück mehr. Für Mutter Erde wäre das gut, nur nicht für die Menschen, die die Endzeit vor sich haben und unschuldig an den Verbrechen ihrer gewissenlosen Vorfahren sind.

 

Zwei meiner besten Freunde sind in den letzten Monaten an Darmkrebs verstorben. Wir würden wirklich gerne wissen, wann und wie sie den Krebsauslöser zu sich genommen haben. Weil das aber nicht möglich ist, kann Monsanto-Bayer-Giftmischer-AG weiter machen. Auch wenn sich inzwischen etwas Widerstand durch aufgeklärte Bürger entwickelt hat.

 

Noch etwas, was mir im Kopf herumgeht. Sind die Monsanto/Bayer-Manager moralischer als die, die im Mittelmeer Menschen in Schlauchboote setzen?

 

Heinz Elflein

20.01.2019

Leserbrief

 

Leserbrief aus der Rheinischen Post:

 

Oldie1950 :

 

Entweder ist Herr Baumann ein genialer Manager oder unglaublich dumm oder ein von Hedgefonds wie BlackRock und Elliott gekaufter Totengräber des Bayerkonzerns. Bedenklich ist auch, dass es angeblich familiäre Verbindungen zu Elliott-Gründer Paul Singer gibt. Es gibt kaum vernünftige Menschen die diese Übernahme verstehen und Herr Baumann erklärt auch nicht nachhaltig, wie er zu der Meinung kommt, dass diese Übernahme zu einer nachhaltig positiven sozialen Entwicklung des Konzerns führen wird. Er hat scheinbar aus dem Lipobay-Desaster, das den Konzern durch einen schlechten Vorstand Schneider fasst zugrunde gerichtet hat, nichts gelernt. Die Amerikaner haben scheinbar in Herrn Baumann einen Dummen gefunden, der für die von Monsanto verursachten Probleme bezahlt. Und es wird wohl wieder so ablaufen, dass die Mitarbeiter durch Managementfehler ihre Arbeit verlieren und Herr Baumann hoch vergütet den geschlachteten Konzern verläßt und sich ein gutes Leben macht. Ich frage mich, wie lange sich die deutschen Menschen dieses Verhalten noch gefallen lassen, wenn nicht schnellstens eine wirksame Managerhaftung eingeführt wird, die diesen Managern für den Rest ihres Lebens auch nur noch das Existenzminimum läßt. Dann würden sich vielleicht viele asoziale inkompetente Managertypen ihre Entscheidungen überlegen.

 

Finde ich gut

 

Heinz Elflein

26.03.2019

 

 

Glyphosat-freie Winzer außerhalb Franken
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