Bayers nächster Versuch

 Dreist und Unverschämt

Von der Badischen Zeitung
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Bayer-will-weiter-Glyphosat-verkaufen

 

Zitat (Auszüge):

 

Bayer und andere Glyphosat-Hersteller haben ein Zulassungsverfahren gestartet, um das umstrittene Unkrautvernichtungsmittel auch nach 2023 in der EU zu verkaufen. Ein entsprechender Antrag sei bereits am Donnerstag bei der EU-Kommission und anderen EU-Institutionen eingereicht worden.

 

Das Bundeskabinett hatte erst im September ein Agrarpaket auf den Weg gebracht, das ein Verbot von Glyphosat bis Ende 2023 vorsieht.

Das Agrarministerium bekräftigte das Ziel, den Glyphosat-Einsatz 2023 zu beenden,

 

Trotz der Haltung der Bundesregierung zeigte sich ein Bayer-Sprecher zuversichtlich, 2022 erneut grünes Licht aus Brüssel zu bekommen: "Wir sind davon überzeugt, eine starke wissenschaftlich fundierte Begründung für eine Verlängerung der Zulassung von Glyphosat über das Jahr 2022 hinaus zu haben." Die Grünen quittierten den Schritt der Firmen mit Kopfschütteln. Der Antrag dürfe auf keinen Fall Erfolg haben, warnte ihr Agrarexperte Harald Ebner. Aus seiner Sicht zeigt Bundesagrarministerin Julia Klöckner (CDU) keinen Einsatz, um ein Glyphosat-Verbot voranzutreiben und die Landwirte beim schrittweisen Ausstieg richtig zu unterstützen.“

 

Wie ich darüber denke:

 

Als ich es hörte, habe ich es zunächst nicht geglaubt. So viel Unverschämtheit und Dreistigkeit hätte ich den ehrenwerten Kaufleuten der einst ehrenwerten Firma nun doch nicht zugetraut.

Sie argumentieren mit den gleichen, nicht besonders intelligenten Argumenten (eigentlich möchte ich es anders formulieren), mit denen Monsanto und Bayer lange genug die Öffentlichkeit hinters Licht und die Bauern verführt hat, die Umwelt zu vergiften.

 

Alles nur wegen des schnöden Mammons. Und offensichtlich wird Bayer wieder „wissenschaftliche Gutachten“ bezahlen, die genau das aussagen, was Bayer wünscht und auch dem Gutachter Freude bringen. Wenn ich mir so die geldschöpfenden Organisationen, Machthaber und Helferlein in den Sinn führe, frage ich mich, wo die Menschen- und Umweltverachtung größer ist. Bei dem Irren, der die Regenwälder abholzen lässt oder den Spitzenmanagern einer deutschen Firma, denen es schnurz ist, was sie ihren Nachkommen hinterlassen. So dämlich, zu glauben, das Gift wäre harmlos - wenn man es richtig anwendet, ich kann diese einfältige Floskel gar nicht mehr hören - kann ein Mensch mit geringster Schulbildung gar nicht sein. Es ist reine Geldgier, die eventuell vorhandene Bedenken überlagert. Im Übrigen frage ich mich auch, wieso Bayer so überzeugt ist. Sind die Bienen und andere Insekten nicht tot, pflanzen sich die Würmer wieder fort, entwickeln sich die Bodenwurzeln und Kleinlebewesen wieder normal? Oder ist man sich sicher, Gutachter, Justiz, Politiker und Bauernverbände durch bewährte Mittel wieder auf seine Seite zu ziehen?

 

Wenn ich jetzt philosophisch werde, glaube ich, das ist genau der Grund, warum unsere Erde sich von der Menschheit befreien wird.

 

Immer diese Wiederholungen, das Mittel verursache keinen Krebs, lenkt eigentlich von dem eigentlichen Thema ab. Selbst wenn das so stimmen würde, ist diese Argumentation fehlerhaft. Das tote Kleingetier und die tägliche Vernichtung von 60ha Boden spricht seine eigene Sprache. Die Bauern wissen es. Die Bayer-Leute waschen ihre Pfoten in Unschuld, meine Hand würde ich ihnen nicht reichen. Genauer formuliert ist es eine Art Selbstmord, in den uns Bayer - nur aus Gewinnsucht - treiben möchte. Denn was kann man denn aus kaputtgespritzten Böden noch ernten?

 

Da wünsche ich mir doch frohen Herzens, dass Umweltaktivisten sich das Geschäftsgebaren der Bienen-Totmacher etwas genauer ansehen.

 

Heinz Elflein

16.12.2019

 

 

 

 

 

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