EU-Behörden und die Presse

Rheinische Post Düsseldorf

 

https://rp-online.de/politik/eu/gericht-zwingt-eu-behoerde-zur-herausgabe-von-glyphosat-studien_aid-37292811

 

Auszug:

 

Gericht zwingt EU-Behörde zur Herausgabe von Glyphosat-Studien

 

Das Gericht der Europäischen Union hat in einem Urteil das öffentliche Interesse an Studien über die Wirkung des Unkrautvernichtungsmittels Glyphosat hervorgehoben. Damit gibt es Klagen von Abgeordneten recht, die keine Einsicht erhalten hatten. Das Gericht erklärte am Donnerstag Entscheidungen der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (Efsa) für nichtig, mit denen unter anderem Europaabgeordneten der Zugriff auf Studien über die krebserregende Wirkung des Mittels verwehrt wurde. Das Interesse der Öffentlichkeit bestehe gerade auch darin zu verstehen, in welcher Weise die Umwelt beeinträchtigt werden könne. (Az. T-329/17 und T-716/14)

Die Studien waren im Zusammenhang mit der verlängerten Glyphosat-Zulassung erstellt worden. Unter anderem beantragten vier Europaabgeordnete Zugang zu Untersuchungen über die krebserregende Wirkung des Mittels. Die zuständige Behörde Efsa lehnte dies laut Gerichtsangaben unter anderem mit der Begründung ab, dass die Informationen "ernsthaft die geschäftlichen und finanziellen Interessen der Unternehmen" beeinträchtigen könnten, die die Studien vorgelegt hätten. Zudem bestehe "kein überwiegendes öffentliches Interesse". Diese Entscheidung in erster Instanz kann noch vor dem Europäischen Gerichtshof (EuGH) angegriffen werden. Glyphosat wird für Krebserkrankungen verantwortlich gemacht, die Studien widersprechen sich allerdings. Die Substanz ist Hauptbestandteil des Pflanzenschutzmittels Roundup. Das Produkt gehört zum Leverkusener Bayer-Konzern, seitdem dieser das US-Unternehmen Monsanto übernommen hat.

(AFP)

 

Mein Kommentar:

 

Manchmal glaubt man eigentlich nicht, was sich Europäische Behörden leisten, wenn es um das Interesse von Konzernen geht. Dass diesen die Gesundheit ihrer Kunden schnurzpiepegal ist, wenn nur Dollar und Euro rollen.

Da steht für mich der Verdacht der Bestechlichkeit im Raum.

 

Nicht veröffentlichter Leserbrief

 

Nachstehenden Leserbrief habe ich einige Tage vor dem Erscheinen des obigen Artikels an die „Rheinische Post“ gerichtet. Er wurde nicht veröffentlicht.

 

Zu Ihrem Artikel 11.200 Glyphosat-Nutzer klagen Bayer an vom 27.02.2019

 

Sehr geehrte Damen und Herren,

 

Als bekannt wurde, Bayer würde Monsanto kaufen und dafür 66 Milliarden ausgeben, habe ich sicher nicht allein mit Unverständnis reagiert. Ich sehe nackte Geldgier unter Vernachlässigung der Volksgesundheit. Wenn der Bayer-Chef von „wissenschaftlichen Fakten auf unserer Seite“ spricht und weiter sagt „und werden dieses wichtige und sichere Herbizid weiter entschieden verteidigen“ , fühle ich mich verhöhnt. Die Art und Weise, wie Monsanto an „die wissenschaftlichen Fakten“ gekommen sein soll, wurde ja inzwischen mehrfach kolportiert. Wenn es stimmt, dass die Gutachten von den Giftproduzenten selber geschrieben und von den „Wissenschaftlern“ nur noch unterschrieben worden sein sollen, dürfte dies ein Fall für den Staatsanwalt sein. Wobei freilich nicht vernachlässigt werden darf, was mit großem Geld alles bewirkt werden kann.

 

Die Aussage, eine krebserregende Wirkung sei „nicht bewiesen“ halte ich für eine grobe Unverschämtheit. Wenn „nur“ ein begründeter Verdacht vorliegt, sollte dies genügen, das Mittel sofort vom Markt zu nehmen. Wenn nicht, spielen Erzeuger, Zulassungsbehörden und Politiker für Geld mit dem Leben der Menschen.

 

Unsere Politiker haben sich nicht mit Ruhm bekleckert. Der letzte Landwirtschaftsminister Schmidt gab den überaus intelligenten Spruch von sich, das Mittel „sei unschädlich, wenn es vorschriftsgemäß angewendet“ würde. Offenbar steht in seiner middlfränggischen Heimat immer ein Aufseher neben dem Bauern. Nicht besser seine Nachfolgerin Julia Klöckner, die in der Presse schon als „Getriebene der Agrarlobby“ bezeichnet wird. Kanzlerin Merkel hat den Großbauern ihres Wahlkreises die Weiterverwendung von Glyphosat nach der Wahl versprochen. Nach dem Motto, wenn ihr CDU wählt, bekommt Ihr Euer Roundup weiter. Der Koaltionspartner SPD versagt krass, schimpft nur verhalten.

 

Ich kann Konsumenten nur den Rat geben, sie sollten darauf achten, wo sie was kaufen. Meine Weine beziehe ich von Winzern, die keine Pestizide verwenden, Lebensmittel beim Bio-Bauern. Zum Schluss noch etwas Persönliches. In den letzten Monaten sind drei meiner Freunde an Darmkrebs verstorben. Es konnte natürlich nicht ermittelt werden, was letztendlich die Ursache war und die Glyphosatis können ihre Hände weiter in Unschuld waschen.

 

Ein weiterer Kommentar von mir war der RP nicht nett genug:

Wer gehofft hat, die SPD würde das umweltfeindliche Aussitzen von Problemen im Umweltschutz durch Angela Merkel korrigieren, sieht sich enttäuscht. Ich denke, wer auf Freiwilligkeit setzt, da wo es Geld kostet, ist in der Regierung fehl am Platze. Die "Christlichen" konnten sich auch einen Alleingang des Ministers Schmidt im Glyphosat-Problem leisten, ohne dass es für die Koalition Folgen hatte. Ich frage mich nur, wann der Wähler endlich aufmerkt und die Umweltschädlinge mit zwei Beinen abwählt.

RP:

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Und meine Bemerkung dazu:

Ich vermute, eine Zeitung, die den christlichen Parteien nicht so nahesteht, hätte den Beitrag veröffentlicht. 

Heinz Elflein

07.03.2019


 
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