Aischgrund und Frankenhöhe

 

 

 

Landkreis Neustadt/Aisch-Bad Windsheim

 

Landkreise“ sind eine Erfindung der Nazis. Früher hieß das „Bezirksamt“. Mittelfranken teilt sich seit 1972 in nachstehende Landkreise auf:

 

Landkreis Ansbach

Landkreis Erlangen-Höchstadt

Landkreis Fürth

Landkreis Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim

Landkreis Nürnberger Land

Landkreis Roth

Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen

 

Kreisfreie Städte sind

 

Ansbach

Erlangen

Fürth

Nürnberg

Schwabach

 

Vor der Kreisgebietsreform 1972 waren es 8 kreisfreie Städte und 17 Landkreise. Ich beschäftige mich hier mit dem Landkreis Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim, wegen meiner persönlichen Bezüge dorthin. Bin ja schließlich in Windsheim groß geworden, als es die Bezeichnung „Bad“ noch nicht hatte. Warum die Gefahr besteht, das „Bad“ wieder zu verlieren, schreibe ich an anderer Stelle. Wenn es keine Vorgänge hinter den Kulissen gäbe, wäre es aus Umweltgründen schon lange wieder weg.

 

Aisch im September 2016

 

Auszug aus Wikipedia:

 

Der Landkreis Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim liegt im Nordwesten des bayerischen Regierungsbezirks Mittelfranken.

 

Der Landkreis liegt im fränkischen Schichtstufenland an der Grenze zwischen dem Steigerwald im Norden und dem Naturpark Frankenhöhe im Süden. Bei Bad Windsheim entspringt die Aisch, ein Nebenarm der Regnitz. Bei Burgbernheim findet man die Altmühl­quelle.

 

Der Landkreis grenzt im Uhrzeigersinn im Westen beginnend an die Landkreise Würzburg, Kitzingen, Bamberg, Erlangen-Höchstadt, Fürth und Ansbach (alle in Bayern) sowie an den Main-Tauber-Kreis (in Baden-Württemberg).

 

Das Gebiet des heutigen Landkreises gehörte vor 1800 überwiegend zum Fürstentum Ansbach. 1810 kam das Gebiet an Bayern. 1812 wurden die Landgerichte Neustadt, Markt Erlbach, Markt Bibart und Windsheim errichtet. Bereits 1808 war das Landgericht Uffenheim errichtet worden. Sie alle gehörten zum Rezatkreis, der 1838 in Mittelfranken umbenannt wurde. 1852 wurde das Landgericht Scheinfeld aus den bisherigen Herrschaftsgerichten Schwarzenberg und Burghaslach gebildet.

 

Im Rahmen der Gebietsreform in Bayern wurde am 1. Juli 1972 aus den Altlandkreisen Neustadt/Aisch, Landkreis Rothenburg ob der Tauber (nur Ermetzhof und Steinach an der Ens), Scheinfeld und Uffenheim (mit Ausnahme von zwei Gemeinden) ein neuer Landkreis gebildet, der zunächst den Namen Landkreis Neustadt an der Aisch trug. Am 1. Mai 1973 erhielt er seinen heutigen Doppelnamen Landkreis Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim. Einige Teile des Landkreises Scheinfeld wurden jedoch dem Landkreis Kitzingen angegliedert und kamen so an Unterfranken.

Am 1. Januar 1978 wurde der Landkreis Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim um die Gemeinde Bullenheim des Landkreises Kitzingen, die nach Ippesheim eingemeindet wurde, vergrößert.

 

Sommer 2017 vor der Ernte, an der Aisch, Blick zum Galgenbuck

 

Aus der Sicht der Windsheimer fragt man sich, ob die Gebietsreform dem Ort mehr Vorteile oder mehr Nachteile gebracht hat. Ich erinnere mich, dass es Diskussionen gab, welcher Ort in dem neugeschaffenen Großkreis Kreisstadt werden sollte. Bad Windsheim hatte seine Ansprüche vertreten, wenngleich letztendlich erfolglos. Neustadt hat circa 700 Einwohner mehr und das dürfte wohl den Ausschlag gegeben haben. Obwohl es vorher so war, dass das wesentlich kleinere Uffenheim Sitz des Kreises war, was natürlich Windsheim als ehemalige freie Reichsstadt schon immer nicht gefallen hat. Aber 1972 galten vergangene Meriten nichts mehr. Neustadt lag 1972 verkehrsgünstiger, im Schnittpunkt der Bahnlinie Würzburg/Nürnberg. Betrachtet man das heute, trifft das nicht mehr zu, weil es von Bad Windsheim aus 19 km näher zur Autobahn sind. Aber das ist nun wohl gelaufen und die Windsheimer konnten immerhin ihre Ortsbezeichnung in der Bezeichnung des Landkreises unterbringen. Was hinter den Kulissen dabei so gelaufen ist, versuche ich gerade zu recherchieren.

 

Versuchen wir nun mal als unvoreingenommener Beobachter, die beiden Orte nach einem Durchgang zu beurteilen. Dabei fällt auf, dass Bad Windsheim vor mittelalterlichem Flair nur so strotzt, was dem Auge des Beobachters wohl tut. Dagegen hat Neustadt – wohl wie alle Orte, die so heißen, was mir schon mehrfach aufgefallen ist – nur „neue Häuser“, die kein Mensch anschauen will. Ausgenommen das Areal am Rathausplatz. Mit der Geiß obendrauf.

 

Die Geißbocksage:

 

http://www.neustadt-aisch.de/seite/de/aischtal/052:27/-/Die_Geissbocksage.html

 

Und hier verschiedene Möglichkeiten, zu erfahren, dass die Gaß weg ist:

 

https://www.youtube.com/watch?v=VgTdugFPwl8

https://www.youtube.com/watch?v=7a51gIKUM7k

https://www.youtube.com/watch?v=8QA54M__7ig

https://www.youtube.com/watch?v=y4jtpLBhXoY

 

Eine fränkische Gruppe ist nicht dabei. Die Mundart stimmt nicht.

 

Wenn irgendwo im Landkreis Kerwa gefeiert und das Lied gesungen wir, singe ich es kräftig mit, wenn ich mal ausnahmsweise da bin. Von der Kuh für die ganz armen Leit, die weg ist.

Es ist durchaus anheimelnd, am Marktplatz rundum auf die Fachwerkhäuser zu sehen, bis man merkt, dass alle Gaststätten in ausländischer Hand sind. Zumindest war das so, als ich vor längerer Zeit – wohl noch im alten Jahrtausend – das letzte Mal da war. Daraufhin habe ich den Ort mit dem Vorsatz des Nimmerwiedersehens verlassen. Wenn ich Pizza oder Cevapcici essen will, gehe ich nicht ins Zentrum einer fränkischen Stadt.

 

Fährt man in die Kreisstadt vom Osten über die B470 hinein, passiert man unter anderem zunächst einmal McDonalds. „AchduliebermeinGott“ denke ich jedesmal, wenn ich dort vorbei komme, um jemand zur Bahn zu bringen, damit er einmal weniger umsteigen muss. Das erhebt die Windsheimer aber keinesfalls, es hat tatsächlich Bestrebungen von Leuten mit verbogenem Gaumen gegeben, die McDonalds händeringend gebeten haben, doch bitteschön auch eine Zweigstelle in Windsheim einzurichten. „Wegen der Kinder“. Was die Firmenleitung abgelehnt hat, weil sich für sie hier nichts zu verdienen gibt. Dem Himmel und den Windsheimer Broatworscht-Essern sei Dank. Und natürlich dem Gasthof zum Storchen und der altfränkischen Weinstube zu den drei Kronen, die fränkische Alternativen bilden. Ohne Maulsperre. Und ich erhöhe hiermit den Grad meiner Polemik und sage, man sollte den Eltern das Sorgerecht entziehen. Wenn ich die Polemik dann bis zum Anschlag treibe, sage ich, des müssen CSU-Leute gewesen sein, die ja für das Anbringen von Disneyland-Kinderbelustigung direkt vor der Kulisse des Schönen Brunnens verantwortlich sind. Was meines Erachtens den Schönen Brunnen deutlich abwertet. Natürlich die CSU in Bad Windsheim und ihren „Heimatminister“ Söder (dem ich es unter die Nase gerieben habe) in Nemberch auch, aber sie merken es nicht.

 

 

Wenn ich Leuten, die ich mag, etwas vom Landkreis zeigen möchte, verlasse ich Bad Windsheim links vorbei am Kurpark über die Oberntiefer Straße, vorbei am landschaftlich sehr schön gelegenen Golfplatz, in die letzten Ausläufer des Steigerwalds hinein. Im Ortsteil Berolzheim biege ich rechts ab, nach Kaubenheim mit der außen liegenden Kapelle, überquere die Aisch nach Ipsheim (Weinort).

 

Störche in Ipsheim

 

Von dessen Mitte mit den Storchennestern biege ich links ab und fahre in den Hohenecker Forst. An der Burg steige ich oft aus und gehe mit meinen Besuchern in die Weinberge, von wo der Blick herrlich in den Aischgrund und rechts zur Burg Hoheneck schweifen kann. Die im Besitz der Stadt Nürnberg ist.

 

Burg Hoheneck vom Aischgrund aus
Burg Hoheneck

 

Fahre ich dann weiter, erreiche ich die Landstraße Richtung Fürth, passiere das „Gasthaus zur Stadt Bad Windsheim“ und die Ortschaft Linden. Dass wir dabei schon mal gastronomisch verweilen, kommt vor und habe ich an anderer Stelle auf dieser Internetseite ausreichend beschrieben.

 

Gasthaus zur Stadt Bad Windsheim

 

Wenn ich in Linden links abbiege, eröffnet sich die nächste Sequenz der mittelfränkischen Landschaft mit Wiesen und Wäldern der Frankenhöhe. Dann kommt es, dass manche Mitfahrer die Bemerkung von sich geben, es sei „wie im Schwarzwald“. Würde ich jetzt einige Kilometer mehr weiterfahren, käme ich in Neustadt von oben her heraus. Weil ich meinen Gästen dies aber ersparen will, fahre ich vorher links ab nach Oberroßbach, um meist im Landhaus Fiedler einzukehren.

 

Mein leider zu früh verstorbener Onkel Wilhelm war bei der Landespolizei im Landkreis und kannte alle Dörfer mit Wirtshäusern. Gerne würde ich mit ihm noch einmal über die Dörfer ziehen, wie wir es leider nicht oft genug getan haben, wenn ich mal wieder die 400km von Neuss am Rhein hinter mich gebracht hatte. Aber es steht schon Einiges auf meiner Agenda, was mir kulinarische Kenner der Gegend nahe gebracht haben. Im Sommer 2018 ist es so weit. Bis dahin begnüge ich mich mit einem Blick in meinen eigenen Garten, wo ich eine leicht angepasste Kopie des Kreiswappens aufgestellt habe. Angepasst deswegen, damit ich keine Gesetze verletze. Könnte mich ja meine Pension kosten. Und mein Garten ist sowieso vor Einblicken von Passanten abgeschottet. Alles palletti.

 

Heinz Elflein

26.11.2017

 

 

Zu dem Wappen noch eine kleine Zusatzgeschichte. Ich hatte das Landratsamt gebeten, mir die Genehmigung zur Abbildung des Wappens auf dieser Homepage zu geben. Was mir natürlich verweigert wurde, um Verständnis wurde gebeten. Das habe ich, weil ich weiß, dass staatliche Symbole nicht zur Verzierung privater Internet-Seiten gedacht sind. Es ist aber nicht verboten, sie zu fotografieren und das Bild zu veröffentlichen.

 

Aber jedesmal, wenn wir vom Main kommen und hinter Nenzenheim den Iffigheimer Berg hinauf in den Steigerwald fahren, passieren wir die Grenze zwischen Unterfranken und Mittelfranken. Und da steht das Landkreisschild. Und jedesmal bin ich versucht, auszusteigen, mir eine Säge zu nehmen und das Schild ritschratsch mitzunehmen. Habe ich aber nie getan. Einmal, weil das in Sekundenschnelle passieren muss und ich keine Flex mit Akku dabei habe. Aber auch, weil Marianne immer im Auto sitzt und gegebenenfalls der Komplizenschaft bezichtigt werden könnte. Ich habe nun meine kriminellen Absichten endgültig abgeschlossen. Indem ich herausgefunden habe, wie man gesetzliche Vorgaben elegant umgehen kann und trotzdem erreicht, was man möchte. Ganz legal.

 

Wenn Sie wissen möchten, wie man das macht, rufen Sie mich an. Darf ja auch per Internet keine Rechtsberatung geben, weil ich kein Anwalt bin. Immer schön sauber bleiben, sagt

 

Heinz Elflein

26.11.2017

 

 

Vor dem Rathaus in Uehlfeld

 

Eines habe ich mir vorgenommen: Wen ich das Design der Landkreisflagge noch einmal - ganz für mich - verändere, kommt noch ein Tier hinzu. Keine Gaß, sondern eher ein Karpfen.

 

Altmühlquelle Hornauer Weiher

 

 

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