Haaghof

Gasthof zur Stadt Bad Windsheim

 

 

 

 

An den Haaghof habe ich noch Kindheitserinnerungen. Offiziell heißt das Lokal „Gasthaus zur Stadt Bad Windsheim“. Die Adresse ist Haaghof 2, 91459 Markt Erlbach. Wer aber nach Markt Erlbach kommt, wird das Gasthaus nicht finden, denn es steht dort nicht. Den Marktflecken wird man einige Kilometer vorher passieren, wenn man aus Richtung Fürth kommt. Dazwischen liegt noch das Dorf Linden. Von der anderen Seite her fährt man aus Richtung Bad Windsheim entlang des Aischgrunds. Hinter Mailheim geht es stark bergauf in die Frankenhöhe. Links die Burg Hoheneck mit den Weinbergen darunter ist ein landschaftlicher Höhepunkt. Wenn wir früher mit dem Rad die Steige erklommen hatten, freuten wir uns auf das Radler im Haaghof. Später auf das Bier unter der alten Linde.

 

Als kleiner Junge nahm mich meine Mutter mit, wenn sie im Wäldchen gegenüber Waldhimbeeren pflückte. In jeder war ein Würmchen.

 

Ich bekam mit, wie der heutige Senior Kamberger in ganz jungen Jahren den Betrieb übernahm. Inzwischen hat er selbst an seinen Sohn übergeben und die Schwiegertochter steht neben seiner Frau in der Küche. Ihn selbst sah ich gesund an einer Holzfuhre hantieren, als wir vor einigen Tagen nach einer Abwesenheit von mehr als 13 Jahren wieder da waren. Ich habe ihm fröhlich vom Parkplatz aus zugewinkt. Er winkte zurück, glaube aber nicht, dass er mich erkannt hat. Irgendwie war ich aber froh, zu sehen, dass es im Haaghof wieder eine Generation weiter geht.

 

Zu Zeiten, als ich noch öfter beruflich von Düsseldorf oder Bonn nach München musste, nahm ich dies gern zum Anlass, auf dem Weg dorthin eine etwas andere Route zu nehmen, um im Gasthaus oder im Biergarten mit diesem tollen Ausblick drei fränkische Bratwürste auf Kartoffelsalat mit einem Glas Ipsheimer Silvaner zu mir zu nehmen. Und wenn wir bei diversen Aufenthalten in Bad Windsheim waren, fanden wir immer Zeit, um hinauf in die Frankenhöhe zum Haaghof zu fahren. Es gehörte irgendwie dazu.

 

Die Gäste, die in den Gasthof kommen, schätzen die frische, fränkische Hausmannskost. Ein paar Bratwürste mit Kartoffelsalat kostete neulich (April 2016) gerade 5 €. Am Nebentisch gab es Karpfen.Man kann sagen, Familie Kamberger kocht gut deutsch, ehrlich und ohne Schnickschnack.

 

Wenn ich es so recht überlege, denke ich, die Leute aus dem Großraum Nürnberg, die an den Wochenenden über die Gasthäuser der umliegenden Regionen herfallen, wissen nicht, wie gut sie es haben. Auf der Terrasse sitzend, mit Blick in den Schußbachwald, kann man sich so richtig sauwohl fühlen.

 

Heinz Elflein

13.04.2016

 

 

 

Wieder bei Kamberger : Mai/Juni 2017

 

 

 

Im Mai/Juni 2017 waren wir wieder da und saßen bei unserem ersten Besuch im Biergarten unter der Linde mit dem tollen Ausblick in den Schußbachwald. Allerdings ist der Ausblick zum Wald durch zwei Neubauten etwas versperrt. Aber man kann den Kambergers ja nicht verwehren, sich einen Neubau nach ihren Ansprüchen neben das Gasthaus zu setzen.

 

Wir nahmen Spargelcremesuppe, Kartoffeltaschen, Bratwürste mit Kartoffelsalat und Zimtrolle. Und den Ipsheimer Silvaner. Weil wir uns bei unserem zweiten Besuch bei etwas unfreundlichem Wetter über die volle Gaststube mitten in der Woche etwas wunderten, wurden wir aufgeklärt. Es gab Schlachtschüssel.

 

Heinz Elflein

12.06.2017

 

 

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