Landgasthof Fiedler, Oberroßbach

 

Auf dem Hof von Helmut Lichteneber in Unterntief ist immer was los. Es kommen interessante Leute aus der ganzen Umgebung, die die Jägersruh gemütlich und die Wirtsleute sympathisch finden.

Und weil ich es nicht lassen kann, an Wohlfühlorten manchmal etwas über die Stränge zu schlagen, habe ich einem weiblichen Gast, der ein Schlabbergefäß mit Wasser für den Hund brauchte, vorgeschlagen, dem Hund doch den vorzüglichen Eigenbauwein von Helmut Lichteneber zu geben. „Mache ich nicht, das unterscheidet uns“, war die resolute Antwort. Als ihr Ehemann etwas später meinte, Franken sei doch ein schönes Land, konnte ich mir nicht verkneifen, zu bemerken, nur die Franken würden stören. Ich hatte noch garnichts getrunken. Anlass, mir die Meinung zu sagen, sah der Herr nicht. Meinte nur später, er wäre auch Gastronom. In der Nähe von Neustadt/Aisch. Gewagt, fand ich als geborener Windsheimer, denn im Dunstkreis von Bad Windsheim sind die Einheimischen - spätestens nach der Neuordnung der Landkreise in Mittelfranken - auf Neustadt nicht besonders gut zu sprechen. Weil das alles aber unter „Spottreden in fränkischen Biergärten“ fällt, gab es keinen echten Konflikt. Trotzdem entschuldige ich mich hiermit ausdrücklich für mein rustikales Benehmen. Als ich dann neugierigerweise wissen wollte, was das denn genau für ein Betrieb sei, stellte er sich mit „Fiedler – Oberroßbach“ vor.

 

Natürlich kenne ich den Landgasthof Fiedler. Schon seit dem alten Jahrtausend. Und war sehr erfreut, den Inhaber mit seiner Ehefrau persönlich kennen zu lernen. Inzwischen ist er Seniorchef.

 

Der Landgasthof gehört zu den besseren Adressen im Landkreis NEA und darüber hinaus.

 

Zwischenzeitlich hatte Frau Fiedlers Hund seinen Napf leer geschlabbert.

 

Zurück in unserer Ferienwohnung hatte ich nichts Eiligeres zu tun, als mir die Internet-Seite des Landgasthofs anzusehen. Wirklich interessant, aber aussagekräftige Bilder der Zimmer haben mir gefehlt, was ich zum Anlass nahm, mich zum vierten Mal an diesem Tag auf freundschaftliche Weise mit der Familie Fiedler anzulegen. Die Seniorin des Hauses wird das vielleicht kritischer sehen. Aber Carmen Fiedler, die Juniorchefin, antwortete auf mein Email ganz entspannt: „ Herzlichen Dank für das Feedback! Wir haben einen Fotografen engagiert, der tolle Bilder machen wird… dieser kommt allerdings erst im Juni „ und „Herzliche Grüße und hoffentlich sehen wir uns mal persönlich!“.

 

Wie das nun so ist, hatte ich meine liebe Ehefrau neugierig gemacht. So fuhren wir von Oberntief nach Unterntief, Berolzheim, Kaubenheim, Ipsheim, hinauf in die Frankenhöhe, links an Hoheneck vorbei, in Linden links Richtung Neustadt und dann von hinten nach Oberroßbach. Hatte ich doch meiner Frau gesagt, den schönsten Weg zu wählen.

 

Auf der Frankenhöhe, Blickrichtung Aischgrund, waren wir da.

 

 

 

Menü Fiedler

 

Maibock

Silvaner Hauswein

 

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Spargelsalat mit luftgetrockneten fränkischen Schinken

 

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Rehcarpaccio mit Olivenöl mariniert und sautierten Champignons

Bärlauchkremsuppe mit gegrillter Riesengarnele

 

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Fränkischer Spargel mit Olivenöl und Parmesanspäne

dazu kleiner Rinderrücken

 

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Ofenfrisches Schäufele

mit Sauerkraut und rohem Kloß

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Wir kommen wieder, keine Frage. Frau Fiedler sen. wird das nicht als Drohung verstehen, da bin ich mir sicher. Vielleicht sollte ich dem Hund eine Wurst mitbringen. Dürfte aber in Middlfranggn nicht nötig sein. Und wahrscheinlich würde er die Wurst aus Düsseldorf ausspucken. So wie ich 1959.

 

Heinz Elflein

30.05.2016

 

Zwischenzeitlich waren wir mit Familienmitgliedern wieder da. Wie in alten Zeiten.

15.05.2017

 

Juni 2017

 

 

 

Auf den Landgasthof Fiedler freuen wir uns immer ganz besonders, wenn wir im Aischgrund sind. Das hat drei Gründe:

 

1. Die kulinarisch-fränkische Karte an sich. Man findet immer etwas Außergewöhnliches, was woanders nicht auf der Karte steht.

 

2. Die Bier- und Weinauswahl. Spezielle Biere und erlesene Frankenweine.

 

3. Ambiente und freundliche Bedienung, Blick von der gläsernen Veranda in die Frankenhöhe und auf die Rösser von Oberroßbach.

 

Nicht zu vergessen die Fahrt dorhin, vorbei an Hoheneck und über die Frankenhöhe. Es ginge auch direkt durch den Aischgrund, aber nicht so schön.

 

Marianne wählte natürlich „den dicksten und weichesten Spargel, den sie je gesehen hat“ mit Zubehör. Für mich kam Zicklein-Leber und Ochsenmaulbraten auf den Teller und vor dem Silvaner ein Maibock in die Flasche.

 

Am Nebentisch gab es „Bieramisou“. Von mir etwas kritisch betrachtet, aber warmes Bier ist mir schon etwas suspekt.

 

Es war wieder ein besonderer Abend und wir fuhren glücklich über die Frankenhöhe zurück.

 

Heinz Elflein

14.06.2017

 

Zickleinleber

 

 

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