Landgasthof Ehegrund

 

Als ich in den letzten beiden Jahren in Sugenheim war, galt mein Besuch ausschließlich der Bratwurstkönigs-Metzgerei von Jens Hoferer. Im Vorbeifahren ging der Blick auf Schloss und Landgasthof.

 

Sugenheim kenne ich aus meiner Kindheit. Weil ich dort mit dem Fahrrad vorbei kam, wenn ich aus Windsheim kommend (das damals noch kein „Bad“ war), meinen Polizistenonkel in Scheinfeld besuchte.

 

Den Landgasthof Ehegrund kannte ich eigentlich auch schon aus eigener Erfahrung. Lang ist es her. Aber wie das so ist, man fährt immer an den guten Adressen vorbei, weil man gerade etwas anderes vor hat.

 

Am 29.09. 2016 war es dann aber so weit. Ich lenkte meinen Vierbeiner von der Ferienwohnung im Aischgrund, wo ich mit der Angelrute den Karpfen nachstellte, nach Norden, Richtung Steigerwald. Über die Hügel in das Tal der Tief, dann hinauf via Rüdisbronn und hinunter in den Ehegrund nach Sugenheim. Eine landschaftlich beschauliche Fahrt.

 

Es war sonnig und warm an diesem Abend, man konnte noch gut im Biergarten sitzen. Angenehmerweise voll im Schatten, mit Blick auf das Schloss Sugenheim.

 

 

Die Fliegen waren eine Plage und ich begann, eine nach der anderen tot zu schlagen. „Nutzt nichts, die anderen kommen zur Beerdigung“, meinte die Bedienung.

 

 

Ich bestellte Kartoffel-Kürbissuppe, den Grillteller und einen Silvaner vom Weingut Meier in Ulsenheim. Und dann noch einen. Weil es so gemütlich war und so gut geschmeckt hat, die ansehnlichen weiblichen Bedienungen so nett waren, teilte ich Marianne telefonisch mit, ich hätte wieder eine gute, neue Adresse für uns gefunden. Sie konnte leider nicht mit dabei sein.

 

 

Wenn ich in Sugenheim bin, befällt mich immer die große Kalauersucht. Sie müssen es jetzt auch noch einmal aushalten, dann mache ich es nie wieder. Habe es ja schon mehrfach auf dieser Internet-Seite nicht lassen können.

 

Also bringen wir es hinter uns:

Kalauer 1: Stammt der Ortsname Sugenheim von „Suggerli“ ab? (Suggerla ist in der Mundart die Bezeichnung für ein kleines Schwein). Halbseriöse Antwort: Nein, es muss wohl vom Namen irgendeines Raubritters aus grauer Vorzeit abgeleitet worden sein. Oder so ähnlich. Vielleicht bekomme ich noch eine vollseriöse Deutung. Dann schreibe ich es hier herein. Ehrenwort.

 

Kalauer 2: Muss man im Ehegrund einen Grund haben, um die Ehe einzugehen? Nein, meinte die ansehnliche Bedienung im Dirndl aus voller Inbrunst. Sie hat auch mich voll überzeugt.

 

Jetzt ist es aber gut damit.

 

 

 

 

" Unsere freundlichen Gästezimmer bieten Ihnen mit hellen Holzmöbeln, modernen Duschen und Toiletten, Telefon und TV-Anschluss eine hervorragende Ausstattung im besten Ambiente. Ein Parkplatz für Ihr Auto ist direkt am Haus vorhanden."

 

Steht so auf der Internet-Seite des Landgasthofes. Schaut man sich die Bilder an, kann man dem zustimmen und vielleicht einen oder mehrere Tage übernachten, um das Schloss anzuschauen oder beim Bratwurstkönig einzukaufen, Frankenwein zu trinken und die Speisekarte rauf und runter zu essen. Meinen westdeutschen Landsleuten empfehle ich in diesem Zusammenhang durchaus, mal die Preise mit zuhause zu vergleichen.

Aber bloß nicht mit den Leuten im Ehegrund darüber reden.

 

Mein Weg zurück vom Ehegrund, in den Aischgrund Richtung Frankenhöhe, durch diese beruhigende Landschaft im Sonnenuntergang, führte mich durch das Tor und es war einer dieser Momente, wo man hofft, das noch öfter machen zu können.

 

Heinz Elflein

06.10.2016

 

Druckversion Druckversion | Sitemap
© Elfleins Frankenschau