Essen und Übernachten

 

Gastronomie und Übernachtungsmöglichkeiten, Persönliche Erfahrungen

 

Wir fahren schon seit 1960 mit mehr oder weniger großen Unterbrechungen von Neuss am Rhein nach Windsheim, das ab 1961 zum „Bad“ erhoben wurde. Den Kurpark gibt es schon seit 110 Jahren.

 

Reichels Parkhotel war das erste Hotel im Kurpark und ist immer noch das einzige Hotel direkt im Kurpark. Es war auch der erste Anlaufpunkt für uns und unsere Wanderfreunde, die gerne mit uns ins für sie beinah exotische Franken fuhren und sich sehr positiv zum Land und vor allem zur Gastronomie äußerten. So eine Küche gibt es eben nicht im Rheinland. Gegessen haben wir im Storchen oder in der Fränkischen Weinstube. Inzwischen haben Hans-Wolfgang Reichel und Frau Senft das Hotel verkauft. Eine Ära ist zu Ende. Man kann aber auch unter den neuen Besitzern auf der Kaffeeterrasse sitzen und in den Kurpark schauen. Architektonisch ist das Parkhotel meines Erachtens immer noch das schönste im Kurpark. Man wünscht sich aber heutzutage größere Zimmer.

 

 

Das „Hotel am Kurpark“ kam 1981 dazu und Familie Reichel war wegen der Namensähnlichkeit ziemlich verprellt. Natürlich wollten Späth`s die Werbewirksamkeit nutzen. Sie ist auch nicht zu beanstanden. Man kann vom Hotel aus direkt in den Kurpark gehen und aus einigen Zimmern auch hineinschauen.

 

Nun hatten wir für Übernachtungen am Kurpark zwei Möglichkeiten und haben sie reichlich genutzt. Weil es im Hotel am Kurpark die besseren Zimmer gab, logierten wir meist dort und ich konnte auch meine gefangenen Fische einfrieren lassen. Später habe ich dort auch eine Arbeitstagung mit Berliner Kollegen organisiert, die voll des Lobes waren.

 

In der Fränkischen Weinstube sind wir gemeinsam negativ aufgefallen. Weil wir etwas laut waren.

 

Als ich seinerzeit hörte, welcher Architekt das Hotel gebaut hat, kamen Erinnerungen aus den späten fünfziger Jahren. Heiner Beigel bewies seine Treffsicherheit mit dem Fußballschuh, den er mir auf dem FSV-Platz in den Rücken warf. Revanchieren konnte ich mich nie, zunächst mangels eigener Fußballschuhe. Aber wer weiß, was die Zukunft noch bringt. Später wurde Beigel Sponsor des FSV.

 

Das hier vorgesehen Bild - Luftaufnahme vom Hotel - ist leider nicht freigegeben

 

 

Wenn wir die typische fränkische Küche mit ihrer Gemütlichkeit genießen wollten, mussten wir allerdings in die Altstadt. Das Parkhotel Reichel bot nur kleine Portionen, wie es in Cafes so üblich ist. Was es im Hotel am Kurpark gab, würde ich eher als mitteleuropäische Küche bezeichnen, aber das hätten wir auch zuhause haben können. Dafür sind wir nicht nach Bad Windsheim gefahren.

 

Es war wie ein Ritual, mit unserer Wandergruppe vom Kurpark aus über den Steg am Bahnhof in die Altstadt zu laufen, um in dieser historischen Umgebung eine sehr gute fränkische Küche zu genießen. Das gibt stimmungsmäßig schon allerhand her. Gelegentlich haben wir im kleinsten Kreis auch im Storchen übernachtet. Unser Vater fühlte sich wohl am Stammtisch. Kulinarisch war der Storchen lange Zeit nicht zu übertreffen, wenn auch die Windsheimer gerne in etwas einfachere Gaststätten gehen, die gute Hausmannskost bieten. Rund in und um Windsheim findet man etliche davon, die mit der Zeit immer besser werden.

 

      Hotel Gasthof zum Storchen                                                                                  Altfränkische Weinstube

 

m Kurhotel Residenz - ebenfalls am Kurpark – haben wir übernachtet, wenn es etwas komfortabler sein sollte. 2013 hat der Eigentümer aufgegeben. Seitdem steht es leer und dient offensichtlich als Abschreibungsobjekt für den neuen Besitzer. Zitat aus Nordbayern.de : „Die Schließung des Hotels Residenz in Bad Windsheim am Sonntag hat nicht nur für den Eigentümer Konsequenzen: Die Stadt bleibt auf offenen Rechnungen sitzen, Hoteliers bangen um Tagungsgäste und potentielle Insolvenzverwalter werden es schwer haben, da sie den bereits eingestellten Geschäftsbetrieb wiederbeleben müssen.“

 

Natürlich gibt es noch genügend Übernachtungsmöglichkeiten im Ort. Schauen Sie halt auf die Homepage von Bad Windsheim. Direkt am Marktplatz ist das Arvena Reichsstadt-Hotel. Sicher für Gäste interessant, die die Altstadt genießen wollen.

 

Man sieht, der Aufschwung ist gelungen.

 

Wir übernachten seit vielen Jahren im Ferienhaus Kur&Golf. Neben dem Weinbergshügel und dem Golfplatz. http://www.kur-golf.de . Moderne Appartements (leider nur fünf), weitere Zimmer unter dem Dach. Spülmaschine, Getränke und Tiefkühltruhe. Freundliche Vermieter. Jasmintrompeten am Haus.

 

Ferienhaus Kur&Golf

                                               Terrasse                                                                                              Jasmin-Trompete

 

Man kann gut von dort aus zu Fuß auf den Weinturmshügel gehen und von dort einen Blick in den weiten Aischgrund und auf die Stadt werfen. Friedliches Franken.

 

Geht man den Hügel nördlich hinunter, stößt man auf das Golfrestaurant. Von dessen Terrasse tut sich ein ganz wunderbarer Blick auf. Man sitzt beschaulich, mit Blick auf die "Gräf", den letzten Ausläufer des Steigerwalds. Häufige Pächterwechsel sind nicht zu verhehlen. Zur Zeit (2019) betreibt ein Ungar - Polyak Istvan - das Lokal. Es gibt deshalb eine ausgezeichnetes Rindergulasch, leider keine Ungarische Gulaschsuppe. Auch keine fränkischen Bratwürste mehr. Als ich mit der Bedienung die "Julischka aus Budapest" singen wollte, war Fehlanzeige. Die "Maske in Blau" hat sie noch nie gehört.

 

Zu hören ist in diesen Tagen, dass dort auch ein Hotel gebaut werden soll. Das kann ich nur begrüßen und hoffen, dass es sich stilrichtig in die Landschaft einpasst. Oben am Golfplatz wäre es wegen der sehr guten Aussicht nicht schlecht, aber der Kurdirektor ist dagegen. Wäre ja Konkurrenz. Denn wer die neuen Hotels neben dem Kurpark anschaut, supermodern, wie das Kurzentrum, kann das Grausen bekommen.Mit dem Hotel Pyramide und dem Vital Hotel sind in den letzten Jahren weitere Hotels am Kurpark hinzugekommen. Deren Architektur mag modern sein, wie das daneben liegende Kurzentrum. Uns sagt sie nicht zu. Zur Zeit ist ein weiteres Hotel am Ende der Erkenbrechtallee im Bau. Leute, die es wissen müssen, sagen, mit dem Kurzentrum wollte sich ein früherer Kurdirektor gegen die Fachwerkromantik in „Frankens gemütlicher Ecke“ profilieren.

 

Kulinarisch konnten wir unseren Radius wesentlich ausdehnen. Man glaubt nicht, wie positiv sich die Gastronomie in der Umgebung verbessert hat. Einen Hinweis habe ich noch. Wenn Sie im August dorthin fahren, wird die Hälfte der Gastronomen Urlaub haben. 

 

Heinz Elflein

16.09.2019

 

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