Geschichte der Sole

 

Geologische und Hydrogeologische Geschichte der Sole

 

Solange man zurückdenken kann, traten in der Talniederung der Aisch salzhaltige Wässer aus. Erst Ende des 19. Jahrhunderts fasste man einen solchen Austritt mitten in der Stadt beim Anwesen Jäckelgasse 1 als „St. Anna-Quelle“. Weitere Bohrungen in und bei Bad Windsheim erschlossen ebenfalls Muschelkalksalz:

 

- 1907: Solquelle I an der Schwarzallee - 1975: Solequelle I an der HansSchmotzer-Allee - Soli-Med beim Oberlandhaus - Bohrung Schwebheim In den Tiefen der Bad Windsheimer Erde liegen die Gesteinsschichten Keuper, Muschelkalk, Buntsandstein und Oberdevon. Im Südosten von Bad Windsheim keilt der vorwiegend aus Salzgestein bestehende Gesteinskomplex, ein sogenanntes „Salinar“ des Mittleren Muschelkalks aus. Das Einzugsgebiet für die salzhaltigen Bad Windsheimer Wässer liegt somit sehr wahrscheinlich im Gebiet östlich zwischen Uffenheim und Burgbernheim. Wasser, welches dort einsickert, folgt den abfallenden Gesteinsschichten und wird auf seinem Weg - bis es wieder austritt - mineralisiert. Die unterschiedlich zusammengesetzten Gesteinsschichten führen dazu, dass es vielfältige Bad Windsheimer Wässer gibt. Wirksam sind hierbei der Gips der Grundgipsschichten des Mittleren Keupers, Dolomit-Gesteine des Unterkeupers, Kalksteine des Oberen Muschelkalks sowie Anhydrit, Dolomit und Steinsalz des Mittleren Muschelkalks. Die lösende Wirkung des Wassers erkennt man zum Beispiel bei einem Besuch eines Gipsbruches beim Weinturmhügel nordwestlich von Bad Windsheim oder bei Külsheim, wo der Grundgips natürliche Höhlen aufweist. Neben der auflösenden Wirkung des Grundwassers spielt auch der Ionenumtausch an den bindigen Gesteinen des Keupers und des Mittleren Muschelkalks eine wesentliche Rolle. So ist zum Beispiel die Entstehung des Glaubersalzwassers der Historischen St. Anna-Quelle zu erklären. Der Zechstein, der für viele Heilwässer salinare Wässer liefert, ist im Untergrund zwar in geringem Umfang vorhanden, doch findet man dort keine salinaren Ablagerungen. Er kommt also als Mineral-Lieferant für Bad Windsheim nicht in Frage.

 

Quelle: Deutsches Bäderbuch, 2. Auflage, 2008, Hrsg: Vereinigung für Bäder- und Klimakunde e. V., Autoren: Werner und Hanna Käß , Seiten 1113-119.

 

 

 

 

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