In Windsa stinkts

Dreckschleuder Eisengießerei

 

Wer in Bad Windsheim durch den Kurpark flaniert, oder in einem Hotel im Kurpark übernachtet, Patient im Krankenhaus oder Kurgast in der Kiliani-Klinik ist, wundert sich an manchen Tagen, wie fürchterlich es stinkt. So, als würden Autoreifen verbrannt. Das zieht sich über Tage hin und hört dann wieder auf.

 

Dreckschleuder ist die ansässige Eisengießerei Heunisch.

 

Der Besitzer eines Hotels im Kurpark zuckt resignierend mit den Schultern. Ein Bewohner der Westsiedlung sagt mir, je nachdem, wie der Wind steht, riecht er es auch. Es wäre ein Planungsfehler der Stadt, denn die Eisengießerei sei vor der Erhebung der Stadt zum „Bad“ da gewesen.

 

Als ob das Kurgebiet mit seinen Quellen umziehen könne, denke ich mir dabei. Der Kurpark ist nämlich auch nicht erst von gestern.

 

Man hört, ein Messgerät sei absichtlich so weit nördlich vom Kurpark angebracht worden, dass die Messergebnisse unter einem zulässigen Messwert liegen. Denn dass Grenzwerte eingehalten werden, kann nicht sein. Es müsste dann was mit den gesetzlichen Grenzwerten nicht stimmen. Wer das einmal gerochen hat, wird mir wahrscheinlich zustimmen.

 

Wenn das stimmt, duckt sich die ganze Stadt und die Behörden sind – sagen wir mal – befangen. Befangen sind offensichtlich auch die örtlichen Parteien. Den Grünen, denen ich am Ehesten unterstellt habe, sie seien umweltbewusst, habe ich am 14.12.2016 ein Email mit einer diesbezüglichen Frage gestellt. Von einer „gezielten Schönung“ der Emmisionswerte ist ihnen nichts bekannt. Hatte ich auch nicht gemeint. Nur möchte ich schon ganz gerne wissen, wer eventuell eine Platzierung des Messgerätes soweit außerhalb veranlasst hat, dass man nichts mehr schönen braucht. Der Gestank regt die Grünen weniger auf, als die Schadstoffemissionen. Schwer zu akzeptieren ist für sie eher der Umstand „ dass die Gießerei Heunisch als energieintensiver Betrieb von der sinnvollen EEG-Umlage befreit ist.

 

Ach Du lieber mein Gott, stinkt da eventuell etwas, was man nicht riechen kann?

 

Ach ja, der örtliche Fußballverein läuft Reklame für die Eisengießerei. Sie sei der größte Arbeitgeber der Stadt. Da kommen ja ordentlich Steuern rein und der Windsheimer soll halt mal die Nase zu halten. Der Kurgast auch. Nur, der muss nicht wiederkommen. Die Bewohner sind die Geiseln.

 

Die Stadt wird sich entscheiden müssen. Denn ich kann mir nicht vorstellen, dass das „Bad“ auf Dauer haltbar ist. Es sei denn, die bayerischen Amigos regeln das. Das wäre auch nicht besonders neu. Die CSU regiert zur Zeit die Stadt.

 

 

Übrigens, ich habe auch mal da gewohnt. 100 Meter Luftlinie vom Kurpark. 1959 bin ich weggezogen. Nicht weil es so gestunken hat, wie zur Zeit öfter. Da muss die Stadt später ihr Süppchen mit der Eisengießerei gekocht haben, das zur Zeit regelmäßig aufgewärmt wird.

 

Heinz Elflein

26.12.2016

Der Bürger sagt was

 

Obiger Text war gerade mal 10 Minuten im Netz, da kommen die ersten Kommentare.

 

 

Emails zum Thema.pdf
PDF-Dokument [49.7 KB]

 

Im vorletzten Kommunalwahlkampf ließ der WiR- BM- Kandidat Albert Regel aus Bettwar/Rothenburg auf seine Kosten eine Abluftanalyse in der Külsheimer Siedlung erstellen, mit nach meiner Kenntnis bedenklichem Ergebnis. Danach gab es meiner Kenntnis nach ein Gespräch mit Herrn Heunisch und die Sache wurde totgeschwiegen.

 

Mein Kommentar

 

Soviel schnelle Resonanz hatte ich nicht erwartet. Aber sie macht mir Mut, weiter zu recherchieren. Vor allen Dingen muss ja klar gestellt werden, ob es stimmt, dass ein Messgerät in die Botanik gestellt worden ist, wo es höchstens Kaninchenfürze messen kann. Als geeigneten Politiker, der die aufgekommenen Fragen eigentlich beantworten können müsste, habe ich mir den Landrat, Herrn Helmut Weiß, auserkoren. Obwohl er von der CSU ist, die in einem ähnlichen Fall es nicht für nötig befunden hat, zu antworten. Siehe Glyphosat-Minister aus Neustadt, bzw. Obernzenn, wenn ich das nun so respektlos sagen darf. Ist er aber selber schuld. Und jeder CSU-Politiker muss ja nicht unbedingt auch ein Amigo sein. Da bin ich ganz vorurteilsfrei.

 

Mein Schreiben an Herrn Landrat Helmut Weiß vom 27.12.2016:

 

An den Landrat

Auszüge:

 

Ich weiß ja nicht, ob die Auskunft mit dem in den Norden des Kurparks verbannten Messgerätes so stimmt. Wenn das so wäre, wäre es sicher reichlich manipulativ. Solche Arten von Manipulationen können aber nicht von einem untergeordneten Bediensteten der zuständigen Behörde veranlasst worden sein. Da müsste dann die Anweisung hierzu von einem politischen Würdenträger gekommen sein.

 

Die Fragen lauten also

 

a) ist es richtig, dass das Messgerät nördlich des Kurparks steht?

b) Könnten Sie veranlassen, ein weiteres Messgerät in Höhe des Springbrunnens aufstellen zu lassen?

c) warum ist Heunisch von der EEG-Umlage befreit?

 

Was sonst noch zu hören ist:

 

Zwei Söhne des größten Bauunternehmers im Ort sind für die CSU im Stadtrat. Das Bauunternehmen ist Anteilseigner der Eisengießerei Firma Heunisch.

-

Die oppositionelle SPD hat verlauten lassen, sie würde am Ball bleiben. Sie stehen heute noch davor.

-

Der CSU-Bürgermeister von Bad Windsheim ist importiert. Kein „richtiger“ Windsheimer. Wie er auf den Gestank reagiert hat, wird hinter vorgehaltener Hand kolportiert. Offiziell darüber reden darf man nicht.

 

Heunisch-Guss und die Umwelt:

 

http://www.heunisch-guss.com/unternehmen/umwelt.html

 

Bemerkung eines Windsheimers dazu, der selbst bei Schmotzer gearbeitet hat:

Herr Heunisch hat im Bereich der ehemaligen Fabrik Schmotzer Eisengießen einstellen lassen, weil er selbst im Süden der Stadt wohnt und den Geruch nicht mag.

 

 

Fragen über Fragen

Je länger ich über die Angelegenheit nachdenke, umso mehr Fragen stellen sich mir. Sie gehen weit über das hinaus, was ich vor einigen Tagen den Landrat, Herrn Helmut Weiß, gefragt habe.

 

Wenn ich all die Nachrichten, die mich erreicht haben, koordiniere und von vorne her die dazugehörigen Fragen stelle, ergibt sich folgendes Bild:

 

  1. Sind die Betriebsauflagen, die der Firma Heunisch gestellt worden sind, korrekt ?

  2. Hält sich Heunisch an die Auflagen? Werden die Arbeiter entsprechend beaufsichtigt ?

  3. Wendet Heunisch die dem neuesten Stand entsprechenden Techniken, z.B. Filteranlagen an ?

  4. Welche Behörde hat die Betriebserlaubnis erteilt und wird diese bei den jeweiligen Erweiterungen der Firma entsprechend neu überprüft ?

  5. Wo stehen die Mess-Instrumente zur Luftüberprüfung und wer hat bestimmt, wohin sie gestellt wurden?

  6. In welchem Abstand werden die Messergebnisse überprüft und wer ist dafür zuständig?

  7. Ist davon auszugehen, dass sich der Bürgermeister bereits um die Luftverschmutzung gekümmert hat?

  8. Ist davon auszugehen, dass die CSU-Angehörigen und Heunisch-Anteilseigner im Stadtrat den Bürgermeister beeinflussen, gegebenenfalls auch blockieren?

  9. Ist es richtig, dass die Höchstwerte für Umweltverschmutzung im Freistaat als Lex Wörishofen und Windsheim angehoben worden sind, damit das Prädikat „Bad“ nicht aberkannt werden muss?

  10. Wenn das stimmt, wer hat das veranlasst?

  11. Warum sind die Ergebnisse der von Herrn Albert Regel aus Bettwar in Auftrag gegebener Abluftanalyse nicht bekannt geworden?

  12. Wird unterstellt, dass es zwischen der Firma Heunisch und Herrn Regel eine Absprache gegeben hat, dass die Ergebnisse nicht veröffentlicht werden?

  13. Wenn das zuträfe, kann das als ungesetzlich bewertet werden?

  14. Haben Staatsanwalt und/oder Steuerfahndung recherchiert?

05.01.2017

 

Im Übrigen hat Landrat Weiß mein Schreiben noch nicht beantwortet. Wird er wohl auch nicht mehr tun. Er steht offensichtlich eher für positive Nachrichten:


 

Zitat aus „Nordbayern“ vom 18.01.17


Landrat Weiß sprach von einer "Vernissage der besonderen Art", werde doch eine "zehnjährige Erfolgsgeschichte" dokumentiert, die sich anlässlich des Jubiläumsjahres sehen lassen könne. Für die Therme sei "die richtige Entscheidung zum richtigen Zeitpunkt" und zugleich "der Nerv der Zeit getroffen" worden. Dafür zollte er allen, die zu diesem "Aushängeschild der Stadt, des Landkreises und der Region" beigetragen hatten, Respekt und Dank.

Dieser sollte auch all jenen gelten, die für die stete Weiterentwicklung der "großartigen Bade- im Wellnesslandschaft" sorgten, um die Therme auch für die Zukunft zu gestalten. Die "Perle in der Kurstadt" habe für ein neues Lebensgefühl der Bad Windsheimer und Kreisbürger sowie einen enormen Aufschwung im touristischen Bereich gesorgt, so Weiß.

 

19.01.2017

 

Mir gefallen diese schönen Worte. Wergli woar.

 

 

Und die Politik schweigt

 

Der Herr Landrat hat nicht geantwortet. Er will nicht zur Aufklärung beitragen und reiht sich damit neben seinem Parteifreund Schmidt ein, seines Zeichens (noch) Landwirtschaftsminister, der bezüglich Glyphosat Kommunikationsprobleme hat.

 

Schade, denn er hätte damit eine gute Gelegenheit gehabt, bei seinem Wahlvolk zu punkten. Helmut Weiß hat aber inzwischen repräsentative Termine wahrgenommen, wie ich in dem Magazin „Nordbayern“ gelesen habe, sogar in der Kurverwaltung von Bad Windsheim. Dann hoffe ich doch nachträglich, dass Heunisch an diesem Tag nicht die Umwelt verpestet hat.

 

Für die partielle Sprachlosigkeit des Herrn Weiß fallen mir nun eine ganze Menge Gründe ein. Ich möchte aber darauf verzichten, sie hier aufzuführen. Diese Internet-Seite ist kein Polit-Magazin. Möchte auch nicht aus einer Entfernung von 400 km das erledigen, was die örtlichen Oppositions-Politiker nicht auf die Reihe bekommen. Falls es die überhaupt in nennenswertem Umfang gibt. Habe fast die Vermutung, sie sind wie Pfeifentabak.

 

Ich schreibe lieber über fränkische Bratwürste, Schäufele, Karpfen und Frankenwein. Da muss man nicht die Nase rümpfen. Was nicht heißen soll, dass ich zu dem Thema "In Windsa stinkts", nicht mehr ansprechbar wäre. Scheuen Sie sich nicht, mich zu kontaktieren.

 

Für die wenig investigative Presse habe ich nur ein müdes Lächeln übrig. Und wenn die Windsheimer Einwohner sich bieten lassen, was ihnen ihre Politiker zu bieten haben, müssen sie es halt aushalten. Im Übrigen ist es nicht nur die Exekutive, die den Bürger im Stich lässt. Auch die Justiz ist nicht willens, zur Problemlösung beizutragen. Sie gibt ein erschreckend schwaches Bild der Ignoranz ab.

 

Ich weiß diesbezüglich schon, wovon ich schreibe.

 

Es gibt Leute, die vermuten, es ginge nicht alles mit rechten Dingen zu, das habe ich in diesem Zusammenhang mehrfach - auch von Windsheimern - vernommen. Da muss sich eben jeder seine Meinung bilden.

 

Dass ich persönlich mit der ganzen Angelegenheit etwas unglücklich bin, möchte ich nicht verhehlen. Auch etwas Verachtung in eine gewisse Richtung spielt da mit. Da kann ich nur hoffen, es werden sich Leute finden, die sich den Gestank und den Dreck im Kurbad nicht länger gefallen lassen. Allein, mir fehlt der Glaube.

 

Heinz Elflein

geborener Windsheimer

 

27.01.2017,

14.02.2017.

Das Landratsamt antwortet

 

nachdem ich den für Umwelt zuständigen Sachbearbeiter angeschrieben habe, hat seine Vorgesetzte geantwortet.

 

Siehe PDF-Datei.

 

Für mich sind da noch einige Fragen offen. Ob die Messgeräte an den  richtigen Stellen positioniert worden sind, muss einfach unterstellt werden. Was aus dem Gutachten des Herrn aus Bettwar geworden ist, ist auch nicht zu eruieren.

Man kann nur eine gesicherte Aussage treffen: Es wird weiterhin stinken. Die Windsheimer, sowie Kurgäste haben das auszuhalten.

 

Heinz Elflein

13.03.2017

 

 

Landratsamt-Antwort.pdf
PDF-Dokument [1.3 MB]

 

Wie es kommt, dass Heunisch eine Annonce mit der Überschrift "Wir tun was", schalten kann, in der von Umweltverträglichkeit und einem diesbezüglichen Zertifikat nach DIN-Norm berichtet wird, entzieht sich meiner Kenntnis. DIN-Normen sind für mich meist unverständliche Texte, ich tue es mir nicht an, sie zu lesen. Mag mein Fehler sein. Wie aber die massiven Stinkereien und ein Umwelt-Zertifikat unter einen Hut zu bringen sind, mag mir mal jemand erklären.

 

Dazu passt auch dieser Text aus der Internet-Seite von Heunisch:

http://www.heunisch-guss.com/unternehmen/umwelt.html

Liest sich gut und ich frage mich, warum es immer noch so unerträglich stinkt. Im Kurpark,bei Westwind auf dem Galgenbuck, bei Nordwind im Stadtgebiet und bei Ostwind in der Westsiedlung. Wo es stinkt, wenn kein Wind weht, entzieht sich zur Zeit noch meiner Kenntnis. Dafür bin ich nicht oft genug in Bad Windsheim, dem Luftkurort in Mittelfranken.

Verzeihen Sie mir den Sarkasmus.

 

Heinz Elflein

26.08.2017

 

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