Steuervorteil für Umweltverschmutzer

 

Steuernachlass für Umweltverschmutzer

 

Als ich vor etlichen Wochen anfing, mich um das Umweltproblem, das direkt neben dem Kurpark in Bad Windsheim seine Ursache hat, zu kümmern, habe ich auch Kontakte zu Bewohnern aufgenommen, die mir geschrieben haben oder die ich selbst kontaktiert habe, wie z.B. die Grünen.

 

Am meisten hat die Grünen in BW aufgeregt, dass die Eisengießerei Steuervorteile genießt. Ich hatte eigentlich geglaubt, der Gestank und die Luftverschmutzug stehen bei ihnen an erster Stelle. Sieh an, dachte ich etwas belustigt, auch die grüne Partei stellt Geld in den Vordergrund.

Nun, vielleicht habe ich das etwas überinterpretiert. Es gab auch keine weiteren Kontakte mehr.

 

Je länger ich aber darüber nachdenke, um so mehr wird mir die Dimension bewusst und es stellen sich für mich immer neue Fragen. Die ich freilich nicht beantworten kann, es übersteigt meine Möglichkeiten, da bräuchte ich ein eigenes Recherchebüro. Bin aber eher ein Einzelkämpfer, der auf Informationen angewiesen ist.

 

Anhand dessen, was ich weiß, kann ich aber vielleicht die richtigen Fragen stellen und eventuell auch Schlussfolgerungen ziehen, die einen gewissen Grad an Wahrscheinlichkeit haben.

 

Zunächst mal ist es ja so, wenn Heunisch steuerbegünstigt ist – das stimmt, ich habe es überprüft – kann man sicher davon ausgehen, dass weniger Gewerbesteuer gezahlt wird, als es für einen solchen Betrieb im allgemeinen üblich ist. Das ist insofern interessant, als die Stadt, die ja sowieso durch die Emissionen stark belastet ist, auch noch durch Mindereinnahmen geschädigt wird.

 

Immer drauf auf die Kleinen.

 

So ein Steuererlass kommt ja nicht aus heiterem Himmel. Die zuständigen Behörden verteilen das nicht mit der Gießkanne. Also muss er beantragt werden und ich gehe davon aus, dass die Argumente hierfür überzeugend sein müssen.

Wer denn, als das Unternehmen selbst, sollte nun den Nachlass beantragen? Niemand, das kann ich mir nicht vorstellen. Dafür gibt es keine Notwendigkeiten. Oder doch?

Wenn man aber weiß, dass zwei CSU-Mitglieder des Stadtrates Miteigentümer der Eisengießerei sind, fängt das Ganze an, einen seltsamen Geruch zu bekommen. Der haftet dann auch jenen Parteifreunden an, die geholfen haben. Wenn das so war.

 

So kommt also der Steuererlass indirekt den Mitbesitzern zugute, die eigentlich als Stadträte einem Gewissenskonflikt ausgesetzt sein sollten. Ich gehe mal davon aus, dass sie mental hervorragend damit zurecht kommen und kein schlechtes Gewissen haben. Ist ja alles legal. Natürlich darf man als Mitglied des Stadtrates auch eine Fabrik besitzen.

 

Zum Dank stinkt es dann weiter regelmäßig in der Kurstadt. Und wenn etwas dagegen unternommen würde, könnte das zum Nachteil der Besitzer werden.

 

Für mich sieht das so aus, als ob der bayerische Finanzminister, das Geld nach dem Motto „CSU-Mitglied und Fabrikbesitzer? Dann öffne mal deinen Beutel“ gerecht auf die Seinigen verteilt. Ist aber nur mein Problem und ich entschuldige mich für die verklemmte Sicht.

 

Man muss auch Verständnis haben für die Schicht, die das Bestreben hat, auf dem Weg zum mehrfachen Millionär keine großen Rücksichten nehmen zu können. Wo käme man denn sonst hin? Durch tägliche Plackerei in untergeordneter Stellung oder z.B als Arbeiter in einer Eisengießerei mit der Anwartschaft zum Lungenkrebs erreicht man so etwas nicht.

 

Fall ich irgendetwas in meiner „Beweiskette“ falsch interpretiert habe, bitte ich meine Leser, mir bei der Richtigstellung zu helfen.

 

Heinz Elflein

18.02.2018

 

 

Druckversion Druckversion | Sitemap
© Elfleins Frankenschau