Das Eichelschwein - die besondere Sau

 

 

 

 

 

In einem Waldstück in Possenheim laufen von August bis Dezember die Schweine frei herum. Es ist ein 50 ha großer Eichenwald und die Eicheln sind das Futter für die Schweine.

 

Possenheim ist ein eingemeindeter Ortsteil von Iphofen. Kurz bevor man von Underfranggn nach Middelfranggn hinein fährt. Die Eichelschweine sind Deutsche Landschweine gekreuzt mit Duroc und Schwäbisch-Hällische Landschweinen. Im Eichenwald dürfen sie sich mit Wildwurzeln, Kräutern und Eicheln richtig sattfressen, bevor sie geschlachtet werden.

 

Auf den Eichen wachsen die besten Schinken“ steht auf der Homepage www.eichelschwein.net.

 

Die Idee mit den Säuen hatte der Dipl.-Ing. Hans-Hinrich Huss, der nun von Freising in Oberbayern aus die Firma dirigiert. Die Tiere werden in Aub geschlachtet.

 

Ob der Schinken wirklich besser schmeckt, als der, den man gewöhnlich beim Metzger kauft, war einer Geschmacksprobe vorbehalten. An der unser Metzger hier in Neuss, Michael Löffler, teilgenommen hat. Der Schinken ist per Post gekommen, ca. 500g für ca. 30€.

 

Ich kann es kurz machen, merkantile Geschmacksunterschiede zu dem Schinken, den man überall beim Metzger kaufen kann, konnte niemand der Probierenden ausmachen. Auch ein Vergleich mit den Iberico  Schweinen sei nicht angebracht, meint Michael Löffler. Diese seien wesentlich fetter. Nun ja, das ist aber auch nicht das, was sich der Käufer vor der Theke vorstellt und was er auf dem Teller haben möchte. Wer aber nach Iberico-Schweinen im Internet sucht, findet die Meinung von Michael Löffler nicht bestätigt. Habe nur Bilder von fein marmoriertem Fleisch gesehen.

Ich könnte mir auch vorstellen, dass ein saftiges Stück vom Eichelschwein, in die Pfanne gehauen, doch ein besonderes Geschmackserlebnis ist. Da muss ich also am Ball bleiben. Aber bis zum nächsten Herbst warten.


 

Sternekoch Hans Haas vom Tantris in München ist davon überzeugt.

 

https://www.youtube.com/watch?v=B9Rs5Z7mwfg

 

 

http://www.faz.net/aktuell/stil/essen-trinken/neuer-ruhm-schwaebisch-haellisches-spanferkel-14049373.html

 

 

 

 

Von www.eichelschwein.net  habe ich Nachstehendes kopiert: 

 

Die Haltung folgt folgenden Grundsätzen:

- Artgerechte Freilandhaltung im Wald (im Herbst), die alle Bedürfnisse der Tiere beachtet: Schlammsuhlen zur Hautpflege, Heuschüttungen und Unterstände als Schlafplatz, Wühlmöglichkeiten zur Futterergänzung, natürliche Herdenstrukturen, etc. gewährleisten glückliche und gesunde Schweine.

-
Fütterung soweit irgend möglich auf Basis von im Eichenwald vorkommenden natürlichen Futtermitteln (natürlich Eicheln, aber auch Kräuter, Wurzeln, Blätter, pflanzliche und tierische Komponenten auf und im Boden). Eine Ergänzungsfütterung erfolgt, soweit notwendig, mit Futtermitteln auf Getreidebasis ohne Soja-Produkte, Fleisch- oder Fischmehl.

- Ertragsangepasste Tierzahl, die jedem Tier
ausreichend Platz und damit Futtergrundlage sichert. Jedes unserer EICHELSCHWEINE hat deutlich mehr als 1000 m² Waldweidefläche zur Verfügung - rechtlich schreibt die Europäische Union ein Platzangebot von etwa 1,0 m² pro Tier vor (!).

- Die Aufzucht der Tiere erfolgt prinzipiell ohne Soja-Produkte, Fleisch- oder Fischmehl.



Fleischqualität:

Aus dieser in Deutschland einzigartige Haltung entsteht eine unvergleichliche Fleischqualität. Das belegen viele Reaktionen deutscher Spitzenköche, die das Fleisch abnehmen. Ebenso zeigt dies sehr deutlich eine Blindverkostung mit mehr als 75 Testern.
Das Fleisch zeichnet sich aus durch:
- einzigartigen Geschmack,
- kernige, feste aber nicht zähe Struktur,
- dunkle Farbe,
- hohen Anteil intramuskulärem Fetts als Geschmacksträger,
- sehr geringen Wasseranteil im Muskelfleisch,
- keine bzw. geringste Bratsaftverluste,
- und geringste Tropfsaftverluste.  

 

Verarbeitung:

Um die einzigartige Fleischqualität zu erhalten, produzieren wir alle Verarbeitungsprodukte unter den folgenden Grundsätzen:
- entsprechend den Vorgaben von Slow Food,
- handwerkliche Verarbeitung,
- keine Verwendung von Nitritpökelsalzen, Geschmacksverstärkern, künstlichen Stabilisatoren, Aroma- oder Farbstoffen.  

 

 

 

Die auf der erwähnten Internet-Seite erwähnte Blindverkostung hat im Übrigen ein anderes Bild ergeben, als unsere private, die nicht „blind“ war. Da ergibt sich ein deutlicher Qualitätsvorsprung des Eichelschweines. Aber wir haben ja nur den Schinken verkostet.

 

Gelegentlich bekomme ich nun Angebote von der Eichelschwein-GmbH. Leider kann ich sie nie annehmen, weil ein Mindestabnahme-Gebot besteht, das allerdings die Möglichkeiten eines kleinen Privathaushaltes übersteigt.

 

Heinz Elflein

20.04.2016

 

 

 

 

 

 

 

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