Gasthaus Bären, Randersacker

 

 

 

Nach Randersacker wollten wir schon lange mal. Sind aber meistens dran vorbei oder nur durch den Ort gefahren. Immerhin habe ich dort im alten Jahrtausend schon Wein gekauft. Bei Störrlein. Wie jeder Weinkenner weiß, hat Randersacker mit die besten Weinlagen in Franken. Auch die Winzer haben zurecht einen hohen Bekanntheitsgrad.

 

Dass wir an Randersacker meist vorbei gefahren sind, lag an unseren anderen Reisezielen in Franken. Um dorthin zu kommen, mussten wir, wenn wir die Autobahn an der Abfahrt Randersacker verließen, links auf die B13 abbiegen. Nur, wenn wir aus der Gegenrichtung kamen, um mal in die Stadt Würzburg hinein zu fahren, führte der Weg zwangsläufig durch den Ort.

Wobei der Reiz sehr groß war, doch mal in den Gasthöfen, die da so einladend in der Ortsmitte stehen, einige Zeit zu verbringen.

 

Seit einigen Jahren kommt man auf der B13 von und nach Würzburg nicht mehr durch den Ort. Die B13 ist verlegt worden. Was sich als Segen für Randersacker erwiesen hat.

 

Den Bären hatte ich aber schon lange auf meiner Liste der unerforschten fränkischen Gastlichkeiten. Im September 2016 haben wir es dann vorsätzlich geplant, im Rahmen einer kleinen Frankenfahrt 3 Tage im Bären zu bleiben.

 

 

 

 

 

 

 

 

Unser sehr gutes Zimmer lag im Gästehaus, das sich an den Gastgarten anschließt. „Zeit zur Ruhe zu kommen“, steht auf der Internet-Seite des Gasthof Bären. Das kann man sehen, wie man will. Der Bären ist durchaus ein Gasthaus, wo man sich wohl fühlen kann. Er ist aber keine Oase der Ruhe. Dafür ist zu viel los. Die Ruhe kann man auch verlieren, wenn der hoteleigene Parkplatz besetzt ist und die Parkplatzsuche beginnt. Einmal hatten wir Pech und ich musste im Ort suchen. Was etwas schwierig ist, wenn der Parkplatz einige hundert Meter entfernt, am Main auch voll ist. Damit hatte sich das Problem des eventuellen Wiederkommens für mich erledigt.

 

Trotzdem haben wir die Zeit im Bären durchaus genossen. Das lag vor allen Dingen an dem „beschaulichen Innenhof“.

 

Wie Urlaub in der Toskana". Treffender kann man die idyllische Stimmung in unserem Kastaniengarten kaum beschreiben. Fast schon ein wenig versteckt, eingerahmt von uralten Mauern und hohen Sträuchern“.

 

Stimmt durchaus.

 

Unsere Speisekarte vom 13.09.:

 

 

Glacierte Kalbsbriesröschen mit gebratenen Pilzen und Salat ***

 

Roastbeefröllchen mit Pfifferlingssalat und Schnittlauchsoße ****

 

Fränkische Silvanersuppe mit Krusteln ****

 

Frische Pfifferlinge gebraten mit kleinem Wiener Schnitzel ***

 

Gekochter Tafelspitz mit Meerrettichsoße, Preiselbeeren und

als Zusatzwunsch gebratene Pfifferlinge ****

 

Ich habe mir erlaubt, jedes Gericht nach meiner persönlichen Schmackhaftigkeits-Skala mit Sternen zu versehen, wobei 5 Sterne der Spitzenwert wären.

 

Was noch auffiel:

 

In den Abendstunden in diesem Gastgarten zu sitzen, der voll besetzt war, war wirklich saugemütlich.

Das Wasser zum Essen wurde lauwarm ohne Kühler serviert

Weine aus Randersacker ziemlich preiswert, auch in der Flasche

Die Bedienung war bemüht, aber bei ca. 70-100 Leuten überfordert

Der Bären ist kein Gourmet-Lokal, eher bürgerlich

Mittwoch, 14.09.

 

Ich konnte es nicht lassen, in die Weinberge zu steigen. Was für ältere Herren mit Herzproblemen nicht unbedingt die richtige Freizeitbeschäftigung ist. Es ging sehr steil bergauf. Aber ich musste ja keine gefüllte Bütte tragen. Oben an der Kapelle wollte ich eigentlich einen schönen Blick auf das Dorf ergattern, damit ich das Bild hier hereinstellen kann. Es ist mir nicht gelungen, aber etwa hundert Meter nach links versetzt und weiter unten.

 

 

 

 

Am Main entlang zu fahren und die idyllischen Orte wie Eibelstadt und Sommerhausen zu besuchen, sollte der Reisende nicht versäumen. In Eibelstadt haben wir die Madonna im goldenen Strahlenkranz fotografiert.

 

 

 

Das Abendessen nahmen wir wieder im Garten des Bären ein. Das

wollten wir wirklich voll auskosten. Marianne nahm das Ochsensteak und ich den Saibling blau.

 

 

 

Und was gibt es neben Wein, Winzern, Geselligkeit und fränkischer Küche noch in Randersacker? Die Badewanne. Sie ist ein Kunstwerk und heißt „Balthasar Neumanns Badewanne“. Innen weiß und außen golden angestrichen.

 

Zitat:

 

Läge man sich in die Badewanne, würde man direkt auf den schräg gegenüber der Würzburger Straße liegenden Gartenpavillon (Randersacker) von Balthasar Neumann vor dem Randersackerer Rathaus blicken.

 

 

 

Ich habe mir ein unverschämtes Späßchen mit dem Kunstwerk und den weiblichen Passanten von Randersacker erlaubt, indem ich vorbei gehende Damen gefragt habe, ob sie sich nicht in die Wanne setzen wollten. Ich würde sie fotografieren und sie kämen ins Internet. Was alle abgelehnt haben. Bis auf eine kesse junge Frau. Sie wollte 100 € dafür haben. Als ich die Börse zückte, ist sie mir jedoch entfleucht.

 

Ich weiß nun nicht, ob mich jemals wieder nach Randersacker trauen darf.

 

Heinz Elflein, 03.10.2016

 

 

 

 

 

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