Sommer in Sommerhausen

 

 

Am Tag der Ankunft im Kirschberghof hatten wir einen Tisch im Restaurant Philipp reserviert:

 

 

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Vom Kirschberghof ins Maintal nach Sommerhausen

 

 

 

Es hat sich nun zum dritten Mal gejährt, dass wir an den Main gekommen sind. In den Jahrzehnten zuvor sind wir auf dem Wege in unsere mittelfränkischen Domizile (Bad Windsheim) aber immer gern das Stück von der Autobahnabfahrt Randersacker bis Marktbreit gefahren, um von dort über die südlichen Ausläufer des Steigerwalds in den Nachbargrund der Aisch, den Ehegrund einzufahren, wo ich dann gezwungerweise Beethovens 6 . Sinfonie, „Erwachen heiterer Empfindungen bey der Ankunft auf dem Lande " auflegte.

 

Ich habe es dabei aber immer etwa bedauert, die beschaulichen, mittelalterlichen Dörfer am Main im wahrsten Sinn des Wortes „links liegen“ zu lassen.

 

Nun, das haben wir in den letzten drei Jahren gründlich nachgeholt.

 

Die Idee, den Kirschberghof in Sommerhausen als Domizil und Ausgangspunkt für unsere kulinarischen Entdeckungen zu nehmen, kam, als wir uns einige Tage im Nachbardorf Winterhausen einquartiert hatten. Im Schiff. Ich habe unter der Rubrik „Mein Main“ darüber geschrieben.

 

Als wir das Gelände des Kirschberghofs 2013 zwecks Erkundung mit unserem Pkw befuhren und beinahe in den Weinberg gerieten, sind wir wohl auf verbotenes Gelände geraten, von den Hunden verbellt und prompt von der Besitzerin – Frau Benkert - gestellt worden. Das Appartement Scheurebe durften wir im Juli 2015 trotzdem beziehen.

 

Kirschberghof Sommerhausen

 

Der Kirschberghof am Kirschbergweg macht seinem Namen alle Ehre, bereits bei der Anfahrt Anfang Juli ragten die Zweige in den Weg. Man muss die Weinberge entlang bergauf fahren, um dorthin zu kommen. Da kommt bereits die richtige Stimmung auf.

 

Rund um das Haus stehen weitere Kirschbäume zum kostenlosen Selberpflücken für Gäste. Wer die Option „mit Frühstück“ bucht, findet dann die frischen Kirschen auf dem Frühstückstisch. Es sei denn, es hätte am Morgen geregnet, da würde Frau Benkert beim Pflücken nass.

Wir haben die Bequemlichkeit genutzt, bei der Zufahrt zum Haus die rechte Seitenscheibe unseres Pkw herunterzulassen um uns zu bedienen. Ich war mir der Dekadenz voll bewusst.

 

Vom Appt. Scheurebe mit Riesenterrasse oder vom darunter liegenden Garten geht der Blick auf Sommerhausen und ins Maintal. Es werden Appartements und Zimmer angeboten. Weinverkauf eigener Weine.

 

Zum Appartement gehört eine riesige, sonnenverwöhnte Terrasse mit Schatten bis in den Nachmittag, die allerdings auch windanfällig ist, sodass der Sonnenschirm schon mal umkippt.

 

Die Parkplätze vor dem Haus liegen ganztägig in der Sonne, eine Parkplatzregelung wäre überfällig. Ich habe einmal zu sorglos umgeparkt, seitdem ermittelt die Staatsanwaltschaft gegen mich wegen Fahrerflucht.

 

Wer möchte, kann auf der Wiese hinter dem Haus frühstücken, wird aber bald von der Sonne ereilt werden. Wir sind deswegen bei Temperaturen weit über 30 Grad lieber innen in der Nähe des Büffetts geblieben. Von dort blickten wir dann über die offene Tür auf die Wiese und die Kirschbäume, was wir sehr idyllisch fanden. Der morgendliche Besuch der Hofkatzen war auch jeden Tag ein Hort der Freude. Wer meint, Katzen könne man nicht erziehen, soll doch mal auf dem Kirschberghof frühstücken. Sie übertreten die Türschwelle nie, versuchen sie es, werden sie von einem fliegenden Schuh getroffen. Haben wir so gesehen. Ihr Happa bekommen sie nicht vor 10 Uhr. Wenn der Gast etwas übrig gelassen hat, ist es Camembert.

 

Frau Benkert und ihre jungen Frauen sind sehr verbindlich. Es wird alle paar Minuten gefragt, ob noch alles in Ordnung sei. Was bei mir manchmal zu der Gegenfrage führt: „Bei Ihnen auch?“.

 

Weil der Kirschberghof ein Weingut ist, kann man Weine des Hauses erwerben.

 

Der Kirschberghof hat sehr viel internationales Publikum. Im Zeichen des Internet eigentlich kein Wunder. Dazu mag natürlich die für Exkursionen ausgezeichnete Lage und die preisgünstige Unterkunft mitverantwortlich sein. Würzburg liegt fast vor der Tür, nach Rothenburg ist es nicht weit über die Autobahn.

 

Apropos Internet. Damit hatte ich keine Freude. Über den Provider „Maxspot“ kann man sich zwar kostenlos anmelden, das ist aber das einzig Positive daran. Die ständig erforderlichen Wiederanmeldungen, die manchmal unerträglich langen Antwortzeiten und die gelegentliche Nichterreichbarkeit hat mich gehörig genervt.

 

Weil wir aber nicht nach Sommerhausen gekommen sind, damit ich ganztägig im Internet surfe, ist das alles relativ. Wir haben bekannte Orte aufgesucht und neue, interessante Adressen gefunden. Von denen ich nachstehend berichte.

 

Zusammenfassend können wir sagen, dass wir den Kirschberghof mit gutem Gewissen weiter empfehlen können. Wir haben uns sehr wohl gefühlt. Und die Polizisten von Ochsenfurt gehen sehr freundlich mit Delinquenten um, die der Fahrerflucht verdächtig sind. Damit Sie mir - falls wir uns persönlich kennen - aber in Zukunft nicht aus dem Wege gehen, teile ich Ihnen mit, dass die Staatsanwaltschaft Würzburg das Verfahren ohne Auflagen eingestellt hat.

 

 

 

 

Wenn man von diesen wunderschönen, mittelalterlichen Weinorten am Main zwischen Würzburg und Kitzingen spricht,steht Sommerhausen nicht allein. Da gibt es noch Randersacker, Eibelstadt,Frickenhausen, Marktbreit und Sulzfeld, um die Perlen des Mains einzeln zu benennen.

Als Kenner, für den ich mich halte, bin ich gleichwohl noch nicht in alle Geheimnisse – die keine sind – eingedrungen. Da kann ich mich nur wiederholen: Wie gut, dass kurz vor Beginn unserer Frankenfahrt der Reiseführer „Mainfranken“ vom Michael-Müller-Verlag in einer neuen Auflage erschienen ist.

Kommt man von der Autobahn, um die B13 zu befahren, lässt man zunächst Randersacker rechts liegen, sollte es aber nicht dabei belassen. Man braucht schon mindestens eine Woche, um die Orte mit ihren Gassen, Lokalen und Weinlagen zu erkunden. Geht man auch zu Winzern, dauert es länger. Ich kann an dieser Stelle nicht alle Orte näher beschreiben, möchte dies aber mit unserem Nachbarort für diese Sommertage kurz tun.

Eibelstadt ist der erste Ort, wenn man links in die B13 einbiegt. Früher führte die Straße durch den Ort, jetzt daran vorbei.Das ist gut so, dann sind nur noch die Pkws im Ort, die auch dort hinein wollten. Der Autor Hans-Peter Siebenhaar weist besonders auf das Hotel-Restaurant Weinforum-Franken hin. Er schreibt von „einem wunderbaren, kleinen Hotel“ und einer „ambitionierten Regionalküche“. Wir waren mehrmals kurz davor, dies auszuprobieren, haben dann aber davon Abstand genommen, weil das Wetter einfach zu gut war. Da sitzt man lieber irgendwo draußen, mit viel Schatten. Aber aufgehoben ist nicht aufgeschoben. Es gibt vor der Ortseinfahrt noch das empfohlene Hotel Kapellenberg, das uns – mit Verlaub – einfach zu futuristisch modern ist.Fährt man durch den Ort hindurch zum Main, kommt man wieder durch ein Tor. Dort gibt es den "Landgasthof zur Mühle", mit einem Biergarten direkt am Main.

 

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