Sulzfeld

 

Montag, den 22.09.2014

 

Über Sulzfeld am Main hatten wir uns schon lange Gedanken gemacht. Diese Romantik-Kulisse verführt den Städter. Bisher waren wir immer nur kurz dagewesen, um im Zehnthof bei Luckert Wein zu kaufen. Unter anderem, weil dort die Weine spontan vergoren sind. Bezüglich der Hotellerie und Gastronomie hatten wir so unsere Bedenken. Die Meterbratwurst hielt ich für abartig.

Als ich dann vor etlichen Monaten zur Kenntnis nahm, dass es direkt neben der Stadtmauer ein modernes, kleines Hotel gibt, war der Bann für mich gebrochen.

 

Sulzfeld hat das Mittelalter in die Neuzeit hinüber gerettet. Es ist so eine Art kleines Rothenburg. Das kennt jeder. Sulzfeld kennt kaum jemand. Aber man sollte mal hinter die Stadtmauer gehen und die Straßen durchlaufen. So viel Zeit muss sein, wenn man sich schon am Main aufhält.

 

 

 

Das Gasthaus zum Stern hätte auch adäquate Zimmer gehabt.

Vollkommen überrascht hat mich die Speisekarte. Sehr guter fränkischkulinarischer Standard. Eigentlich mehr als nur Standard. Somit haben wir jetzt in Unterfranken ein Standbein mehr.

 

 

Zünftiges im Stern
Im Michelskeller

 

 

Im goldenen Löwen, direkt gegenüber dem Michelskeller, lässt es sich auch vortrefflich speisen. Als wir kamen, waren alle Tische mit fröhlichen Franken besetzt. Das Angebot an Speisen ist nicht ganz so umfangreich wie im Stern, aber offensichtlich nicht schlechter. Jedenfalls hat mir „Annas gebackene Tartar vom Weiderind“ sehr gut geschmeckt. Auch wenn der Oberlehrer in mir sagt, dass es „Tatar“ heißen muss. Wir konnten natürlich nicht anders, als uns der fröhlichen Stimmung voll anzuschließen.

 

Fröhlichkeit gibt es auch im Michelskeller. Dort ist nur eine kleine Karte, aber die Speisen sind ordentlich. Das Ambiente verführt zu Musik, Meterbratwurst und Sulzfelder Wein.

Wer gerne durch Weinberge streift, findet Wege zur Lage Maustal oder Cyriakusberg.

 

 

 

 

 

Die Schlacht am Cyriakusberg

 

 

Die Cyriakus - Schlacht am 8. August 1266

 

Die Ursache: Das zwiespältige Domkapitel hatte einen Trimberg und einen Hennenberg zu Bischöfen gewählt. Der Trimberg reiste nach Rom, um sich vom Papst bestätigen zu lassen. Der Henneberg versucht seinen Anspruch mit Waffengewalt in Würzburg durch zu setzen. Bistumsverweser, Domkapitel und die Bürgerschaft widersetzten sich dem Ansinnen.

Die Bündnisse: Castell war durch verwandtschaftliche Beziehungen mit Henneberg verbündet. Ein weiterer Bundesgenosse war ein bayrischer Ritter, Thannhäuser, der mit einem wohlgerüsteten Haufen dabei war. Das Bistum Würzburg wurde durch die Edlen von Hohenlohe unterstützt.

Das Schlachtfeld Der Mühlberg, zwischen Kitzingen und Sulzfeld gelegen.

Verlauf der Schlacht: Drei junge Grafen stürzten sich "Zuviel frech und begierig" auf die Würzburger. Henneberg griff zu spät in die Schlacht ein. Der Thannhäuser wurdevon den Würzburgern mit Gold bestochen, versteckte sich im entscheidenen Moment und ging dann zu den Würzburgern über.

Am Ende blieben über 500 erschlagene Henneberger und Casteller auf dem Schlachtfeld, darunter die Casteller Grafen, bis auf einen.

Bis in die neuste Zeit ließ der Würzburger Bischof das ruhmbedeckte Banner des Hl. Kilian am Cyriakus - Tage öffentlich ausstellen.

 

Quelle: Auf den Spuren der Grafen zu Castell nach August Sperl.

 

Die Henneberger stammen aus einem fränkischen Adelsgeschlecht, den Bamberger Popponen (die fränkischen Babenberger) und sind das erste Mal im 11. Jahrhundert urkundlich erwähnt. Folgende Gebiete umfasste die Grafschaft: Rhön, Grabfeld, Haßberge, sie lag zwischen Thüringer Wald und Main. Die heutigen Landkreise Coburg, Sonneberg gehörten dazu. Ihr Einfluss ging von Bad Salzungen, Ilmenau, Mainberg bis nach Schweinfurt. Die Stammburg der Henneberger liegt in Henneberg (heute Landkreis Schmalkalden-Meiningen). Die Henneberger waren seit Mitte des 11. Jahrhunderts Burggrafen in Würzburg. 1248 tauchen die Henneberger das erste Mal in Coburg und mit ihnen das erste Stadtwappen, eine Henne auf.

 

 

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