Wer glaubert was

Man glaubert es nicht


 

Im Mai 2021 war der Zeitschrift „Nordbayern“ zu entnehmen, der Staatsminister für Umwelt und Verbraucherschutz Thorsten Glauber ( geb. 1970 in Forchheim), im Kabinett Söder, Freie Wähler, käme nach Bad Windsheim zu Beratungen wegen der Landesgartenschau 2027.

 

 

 

Dies wäre ein guter Anlass, ihn auf die allgemein totgeschwiegene Problematik „Gestank in Bad Windsheim“ hinzuweisen, dachte ich mir:

 

Grüß Gott Herr Glauber,

 

ich schreibe Sie an, weil Sie sich bezüglich der in Bad Windsheim geplanten Landesgartenschau engagiert haben.

Wie weit Ihr Engagement im Detail geht, ist mir nicht bekannt.Ich frage Sie jedoch, ob Ihnen die durch die Eisengießerei Heunisch ausgelösten Umweltprobleme bekannt sind.

 

Ich gehe schon davon aus, weil Sie sonst Ihr Amt als Minister verfehlt hätten und frage Sie, ob Sie eine Chance sehen, die Stinkereien durch Zusammenwirken der Beteiligten und des Landes zu beseitigen.

 

Ich stelle mir dabei eine groß angelegte und koordinierte Aktion vor, denn es kann nicht sein, dass die Besucher der Stadt und des Kurparks auf Dauer glauben müssen, es würden irgendwo Reifen verbrannt.

 

Leider ist es so, dass Ihr größerer Koalitionspartner wegen persönlicher Interessen CSU-Angehöriger hierfür der größte Hemmschuh ist.

 

Wäre nett, wenn Sie mir hierzu Ihre Ansicht mitteilen und eventuelle Lösungsmöglichkeiten aufzeigen würden, die ja auch dazu dienen können, schlechte Presse über Sie und Ihre Partei zu vermeiden.

 

Heinz Elflein, 27.05.2021

 

Am 18.06.2021 um 13:52 schrieb Servicestelle (StMUV):
 

Sehr geehrter Herr Elflein,

 

für Ihre Email vom 27.05.2021 an Herr Staatsminister Thorsten Glauber danken wir Ihnen.

Aus uns vorliegendem Schriftverkehr ist ersichtlich, dass Sie sich bereits an die hierfür zuständigen Behörden vor Ort gewandt haben.

Auch zum jetzigen Zeitpunkt sind dies noch die richtigen Ansprechpartner und können Ihnen die gewünschten Informationen zu den aktuellen Werten vor Ort mitteilen.

 

Dr. Angela Löw

Bayerisches Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz

Referat 27 - Bürgerkommunikation

Rosenkavalierplatz 2

81925 München

Tel.: +49 (89) 9214-00

mailto:Servicestelle@stmuv.bayern.de

http://www.stmuv.bayern.de   


 

Darüber habe ich mich richtig gefreut und ganz höflich – so wie es meine Art ist – zurückgeschrieben:

 

Vielen Dank für die Antwort, Frau Löw,
 
ich bin hier nur der ehemalige Windsheimer, der es nicht ertragen kann, wie Politiker und Behörden in Bayern erfolgreich das Thema ignorieren. Sie leben ja nicht vor Ort und müssen es nicht selbst ertragen. Habe selbst keine Funktion und kein Mandat. Brauche auch keine Informationen mehr. Hatte nur die entfernte Hoffnung auf einen fränkischen Politiker, der sich eventuell mal des Themas annehmen würde, das die gesamte CSU und das restliche Bayern einen feuchten Kehricht wert ist. Offenbar vergeblich, da fehlt das Herzblut. Herr Staatsminister Glauber wird dann in die Reihe der Politiker aufgenommen, die zu erwähnen sind, wenn es während der Landesgartenschau weiter nach verbrannten Reifen stinkt und die Besucher fragen, warum nichts dagegen unternommen worden ist und welche Geruchserlebnisse der Ort seinen Besuchern zumutet.
 
Ansonsten hat Ihr Email den üblichen Abwimmelungscharakter, den man innerhalb der Bayerischen Staatsregierung perfekt beherrscht.
 
Mit freundlichem Gruß
Nehmen Sie es nicht persönlich.
Heinz Elflein
 

Ein MdL schreibt mir dazu:

 

Lieber Herr Elflein,

 

danke, dass sie mich zum Schriftverkehr mit dem Umweltministerium informiert haben. Das war natürlich ein deftig deftiger Inhalt. Ob die Mail überhaupt bis zum Umweltminister Glauber vorgedrungen ist, wage ich mal zu bezweifeln. Säuerliche Mienen dürften Sie aber in die Gesichter seiner Bediensteten gezaubert haben. Eben deshalb sollten Sie die Flinte nicht ins Korn werfen. Denn das mit der Landesgartenschau ist ja sehr wohl ein starkes Argument.
 
Da haben Sie jetzt hinter den Kulissen Nervosität und vielleicht auch Aktivität erzeugt. Wer will schon eine Landesgartenschau in einem Ort, in dem es zum Himmel stinkt! Möglicherweise tut man jetzt genau das, was Sie sich immer gewünscht hat. Man klärt das Problem ab. Holt Informationen ein. Sucht nach Lösungen. Die große wäre, die Stinkerei wird endgültig abgestellt, durch Filter-Nachrüstung oder durch strengere Grenzwerte oder gar durch Betriebsuntersagung. Die kleine wäre, man schließt den Betrieb temporär, d.h. für die Zeit der Landesgartenschau.
 
Ich bin gespannt, wie es weitergeht.
Schöne Grüße
xxx., MdL
 
Ich antworte dem MdL:
 
Glauber war schon zum Gespräch in BW. Ich selbst werde zwar noch eine Weile herumstänkern, wenn ich angesprochen werde, ansonsten ist für mich Ende (wenn ich es aushalte). Habe ja die Beiträge schon aus meiner Homepage herausgenommen, nachdem einige unbedeutende örtliche Politiker mir zwar zugehört haben, aber weiter in Lethargie verharren. Bin jetzt eigentlich nur noch Zuschauer aus Novesium.

 

Herzlichst

Heinz Elflein

 

Der Hinweis, es könne sein, dass der Minister meine Anfrage überhaupt nicht gesehen hat,

beschäftigt mich nun doch. Das gilt es, zu klären:

 

"Guten Tag, Frau Dr. Löw,

 

Würde aber jetzt gerne von Ihnen wissen, ob Herr Staatsminister Glauber mein Email an ihn persönlich gelesen hat und wäre Ihnen deshalb zu Dank verbunden, wenn Sie mir im positiven Fall das Datum der Kenntnisnahme mitteilen würden. Von einem MdL ist mir nämlich mitgeteilt worden, dass dies nicht unbedingt sicher sei."

21.06.2021

 

Übrigens, schaut man sich die Telefonnummer der Frau Dr. Löw an, sieht man, dass es nicht ihre eigene Nebenstellennummer  ist, sondern die der Zentrale. Man weiß schon, wie man sich abschottet. Jetzt bin ich wirklich gespannt, was sich ereignet, wenn ich versuche, die Dame telefonisch zu erreichen. Bei dem Herrn Landtagsabgeordneten versuche ich es erst gar nicht.

 

Habe versucht, Frau Dr. Löw am 28.06. telefonisch zu erreichen. Zunächst wurde mir mitgeteilt, sie sei nicht im Hause. An einen anderen Gesprächspartner konnte oder wollte nicht vermittelt werden, dann hieß es, Frau Löw sei diese Woche in Urlaub. Ob Frau Dr. beauftragt sei, die Mails an Herrn Glauber zu selektieren, konnte mir die freundliche Vermittlungskraft nicht sagen, sie wisse das nicht.

Nun gibt es zwei Möglichkeiten. Entweder es stimmt oder es stimmt nicht. Wenn es nicht stimmt, hat Frau Dr. Löw Bedenken, mit mir zu reden.Was nun die Abwimmelungs-Strategie in der nächsten Stufe bedeutet.

 

Dazu habe ich  eine feste Meinung.

 

Es ist ja klar, dass von einem gewissen Email-Aufkommen ab selektiert werden muss. Sind ja zu viele, die eventuell die Welt noch retten wollen, bevor die freien Wähler wieder devot ins Glied zurück treten müssen und dafür hat der Minister nachvollziehenderweise keine Zeit. Also muss jemand her, der sichtet und zwischen wichtig und unwichtig unterscheidet. Das ist dann halt eine Frau Doktor, wobei auch nicht sicher ist, dass sie es selbst tut oder nur ihren Namen dafür hergibt.

 

Nur soll man offen damit umgehen und es sein lassen, wenig intelligente (dafür habe ich auch ein fränggisches Wort) Antworten zu geben. Normalerweise ist in einem Ministerium ein Vertreter da, wenn die Bezugsperson nicht im Hause ist. Das ist Standard. Wenn nicht, ist es eine Klitsche, kein Ministerium, das ernst zu nehmen ist. Ich glaube aber eher, dass man auf hinterfotzige (das darf man südlich der Donau so sagen) Weise einem Telefonat mit mir aus dem Weg geht und unterstellt, ich würde das ungeprüft schlucken. Was riskant ist, denn es dürfte leicht heraus zu bekommen sein, ob die Moritat mit dem Urlaub stimmt. Wenn ich an meine aktive Zeit in Bonn zurück denke, war immer ein Ansprechpartner da, wenn ich mal nicht im Hause war.

 

 

Eine Frage wäre da noch:

 

Wer hat im Umweltministerium das Sagen? Der Minister – der nach der nächsten Wahl sowieso wieder weg ist – oder das Vorzimmer? Man muss ja in den Vorzimmern den aktuellen Minister immer nur für eine Wahlperiode aushalten.

 

Hat Herr Glauber irgendeine Zeile der Problematik selber, mit eigenen Augen, gelesen ?

 

Meine Antwort zur Eisengießerei:

 

Es ist davon auszugehen, dass Heunisch die modernsten Filter eingebaut hat, überprüfen kann ich es nicht. Allerdings sind die „gesetzlichen“ Grenzwerte zu hoch. Von denen ich ausgehe, dass sie von finanziell interessierten, der CSU nahestehenden Kreisen, festgelegt werden durften. Sie müssen drastisch gesenkt werden. Kann sein, dass dies nur über ein hohes Gericht in Karlsruhe geht. Von einer Zwischenlösung halte ich nichts. Die Gieß-Stinkerei muss aus Bad Windsheim weg. Hierfür gibt es mehrere Möglichkeiten, die auch die finanziellen Interessen der Eigentümer angemessen berücksichtigen.

 

Das wars dann.

 

Wenn ich die Angelegenheit abschließend noch einmal Revue passieren lasse, würden sich eigentlich noch einige Fragen stellen, wenn es mich noch weiter interessieren würde. Weil aber die Windsheimer selber keine Aktivitäten zeigen, sondern elegant um das Problem herumlavieren, lohnt es sich auch für mich nicht, weiter zu machen.

 

Aus is und goar is und schoad is, dass woar is. Stiert mal weiter vor Euch hin.

 

Heinz Elflein

19.06.2021

 
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