Bürgermeisterwahl 2020

Die CSU verliert die Stichwahl

 

Es ist unerheblich, ob es eine pro-Heckel oder contra-Kisch-Wahl war. Ich habe mich schon bei der letzten Wahl vor sechs Jahren gefragt, warum die CSU ihren Kandidaten importieren musste. War ja ein Eingeständnis, selbst niemand vor Ort in ihren Reihen zu haben, den sie als geeignet gesehen hat. Aus welchen Gründen auch immer. Herr Kisch hat nun einen Knick in seiner Karriereleiter. Er hat sich verkalkuliert, wenn er das Bürgermeisteramt in Windsheim als Aufstiegshilfe für höhere politische Weihen gesehen hat. Er hätte sich die Bürgermeister-Chronik der vergangenen Jahrzehnte ansehen sollen. Die Windsheimer zaudern nicht, wenn ein Bürgermeister ihren Unwillen erregt hat. Die Amtsträger vor ihm haben nicht überzeugt. Zurückhaltend formuliert. Kann mir aber auch nicht vorstellen, dass Windsheim für ihn eine Lebensaufgabe hätte sein sollen. Häme ist nicht angebracht, Herr Kisch hat sich bemüht, hatte es aber offenbar nicht leicht mit seinen CSU-Stadträten.

 

Für die CSU in Windsheim kommt der Dämpfer zur rechten Zeit. Sah ja fast so aus, als ob sie sich auf dem Weg zur Monarchie wähnte. Es ist jetzt niemand mehr da, der gesteuert und beauftragt werden kann, die Kohlen „zur Standortsicherung“ der Firma, deren Mehrheitsbeteiligte aus guten persönlichen Gründen im Stadtrat sitzen, aus dem Feuer zu holen oder auf der Mülldeponie abzulegen .

 

Was ist von Herrn Heckel zu erwarten? Sicher nichts, was besonders zu Buche schlagen wird. Er kann ja nicht all das, was seine Vorgänger vermurkst haben, von heute auf morgen rückgängig machen. Er wird sich darauf beschränken müssen, solide Arbeit zu leisten, die das Wahlvolk honoriert.

 

Ich persönlich würde mir ein Stadtratsgremium wünschen, das Umweltbelaster animiert, sich einen industriell-geprägten Standort zu suchen und das Kurgebiet damit zu entlasten. Besser heute als morgen.

 

Bad Windsheim zieht ja seine Anziehungskraft bekanntlich aus dem Heilbad, womit sich manche CSU-Honoratioren öffentlichkeitswirksam im Kreise junger Frauen gerne schmücken . Ohne etwas zugunsten der aus Kurparknähe geplagten Umwelt zu ändern. Wenn die CSU auch deswegen Stimmen verloren hat, sollte sie versuchen, daraus zu lernen. Allein, mir fehlt der Glaube.

 

Mein Glückwunsch geht an Herrn Heckel und seiner Wir. Möge er Kraft und Umsicht haben, die nicht leichte Aufgabe gut zu meistern.

 

Heinz Elflein

30.03.2020

 

 

 

 

 

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