Landesgartenschau 2027

unter dem Vorzeichen "In Windsa stinkts"

 

Landesgartenschau 2027

Bayerische Landesgartenschau

 

Es ist amtlich: Unser schönes Bad Windsheim darf die Bayerische Landesgartenschau 2027 ausrichten!

„gesund, urban, traditionell“ – so lautet das Motto, mit dem die Stadt und das mit der Konzepterstellung beauftragte Büro mahl-gebhard-Konzepte die Entscheider überzeugen konnten. Am 26. Juni 2020 hatten die Bayerische Landesgartenschau Gesellschaft und Vertreter der für die Vergabe zuständigen Staatsministerien Bad Windsheim besucht. Am 17. Juli schließlich kam die gute Nachricht: Die Gegebenheiten vor Ort und nicht zuletzt die gelungene Präsentation des Planungsbüros hatten Eindruck hinterlassen, Bad Windsheim wird Gastgeber der Bayerischen Landesgartenschau 2027.

 

Thorsten Glauber, Staatsminister für Umwelt und Verbraucherschutz, sagte dazu via Pressemitteilung: „Bad Windsheim wird ein toller Gastgeber für Gartenfreunde. Die qualitativ hochwertigen und innovativen Ideen der Stadt haben überzeugt. Die geplanten städtebaulichen Veränderungen werden ein zusätzlicher Attraktivitäts- und Lebensqualitätsschub für Bewohner und Gäste der Kurstadt sein.“ Das stimmige dezentrale Konzept betrachte den gesamten Stadtraum und ziele vor allem auf die Vernetzung, Strukturierung, Ergänzung und Gestaltung der Grün- und Naherholungsflächen ab. Mit der Schaffung eines „Aktiven Stadtparks“ sollten zudem neue Freiflächen für Jugendliche und junge Familien entstehen und das Gebiet zwischen Kurpark und Külsheim grünplanerisch geordnet werden. Durch neue innerstädtische Verbindungen würden die geplanten Naherholungsflächen außerdem gut erreichbar sein und das Freiraumangebot des Kurparks ergänzen.

 

Im nächsten Schritt soll nun eine lokale Landesgartenschau-Gesellschaft gegründet werden.

 

https://www.bad-windsheim.de/aktuelles/news/landesgartenschau-2027/?tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&cHash=1040a6babc8cf97118987b1ab217775e

 

 

 

Leserbrief an die Windsheimer Zeitung

12.11.2020

 

Landesgartenschau 2027 und Geruchsbelästigungen

 

Bürger und Verantwortliche der Stadt Bad Windsheim sind erfreut, den Zuschlag zur Ausrichtung der Landesgartenschau 2027 erhalten zu haben. Der große Arbeitsaufwand der Stadtverwaltung hat sich rentiert. Hierzu meinen Glückwunsch.

 

Es ist nun genügend Zeit, vorausschauend zu planen. Die jetzt Verantwortlichen werden ihr Bestes tun. Ich mache mir jedoch große Sorgen, wie die Besucher anschließend Stadt und Kurgebiet bewerten.

 

Grund sind die Geruchsbelästigungen von Heunisch, an die sich die Bürger offensichtlich gewöhnt haben und die Bedienstete, Kurgäste und Patienten im Kurgebiet hinzunehmen haben. Nicht hingenommen haben das bereits etliche Hotelgäste, es sind vorzeitige Abreisen bekannt geworden. Ende Juni wurden meine Recherchen auf Befragen von einem Stadtrat an seinem Stammtisch bestätigt.

Man mag sich von dem momentanen Aufschwung des Bades nicht blenden lassen.

Wenn ab 2027 Besucher zu Tausenden ins Kurgebiet kommen und naserümpfend vermehrt ihren Unmut bundesweit kundtun, wird sich das äußerst negativ auswirken. Wenn nicht schon vorher. Das Ansehen der Stadt wird sehr darunter leiden, die Besucherzahlen werden einbrechen. Wer will schon kuren, wo es nach verbrannten Reifen riecht. Schuldzuweisungen werden  Bürgermeister und Stadtrat zu ertragen haben.

 

Das Problem wäre nur durch einen breiten gesellschaftlichen und politischen Konsens unter Mitwirkung von Heunisch und dessen finanzieller Entlastung zu lösen. Das hieße Betriebsverlagerung. Wobei auch Subventionen für die Gießerei zu bewerten wären, sie ist als energieintensiver Betrieb von der EEG-Umlage befreit.

 

Für den Konsens ist kein Ansatz in Aussicht. Den Regierenden in Bayern traue ich den erforderlichen Befreiungsschlag nicht zu.

 

Ich selbst wage nicht zu hoffen, dass das Problem in absehbarer Zeit gelöst wird. So stolpert die Stadt Bad Windsheim sehenden Auges dem Unheil entgegen. Sie sollte aber wissen, wo sie ihre Prioritäten zu setzen hat.

 

Heinz Elflein

12.11.2020

 

 

Der  Brief ist bis heute, 21.11.2020 nicht veröffentlicht worden. Ich rechne auch nicht mehr damit. Es war schon die dritte Version, die beiden Vorversionen haben ebenfalls keine Gnade gefunden. Das Selbstverständnis, dass Leserbriefe nicht mit der Redaktionsmeinung übereinstimmen müssen, fehlt bei der WZ. Man befürchtet, in Regress genommen zu werden, wenn die WZ einen Leserbrief veröffentlicht, der dazu Anlass geben könnte. So etwas habe ich vorher noch nie gehört. Wohl aber die Hinweise von Redaktionen, dass es sich ausschließlich um die private Meinung des Leserbriefschreibers handelt. Diese Klauseln dürften der WZ wohl bekannt sein. Somit könnte man sich bequem dahinter zurückziehen. Tut man aber nicht. Also sind die Befürchtungen weitergehend. Man braucht nicht lange überlegen, warum das so ist. Es ist auch in gewisser Weise nachvollziehbar. Stelle man sich nur die Reaktionen betroffener einflussreicher Personenkreise in der Stadt vor. "Wie konntest Du nur so ewas veröffentlichen, was ist das für ein Revoluzzer?". Dass die "Personenkreise" nicht unbedingt die geistige Elite sind, sondern diejenigen, die sich die Stadt unterthan gemacht haben, fällt nicht ins Gewicht. Es reicht auf alle Fälle für Selbstzensur. Die WZ kneift.

 

Ich bin aber kein von der Redaktionsleitung angestellter Schreiber, der geschönte Beiträge zur Verfügung stellt, weil eigene Redakteure dieses Thema nicht ankratzen dürfen. Es ist im Übrigen bei der Presse im Landkreis verpönt, auch die Fränkische Landeszeitung traut sich nicht. Man hat sich so sehr an den aparten Duft gewöhnt. Und bloß niemand auf die Füße treten, der Einfluss hat. Die öffentliche Meinung - sofern in dieser Angelegenheit vorhanden - wird durch solche Selbstzensur unterdrückt.

 

Es ist ein Paradebeispiel, was in diesem vermeintlich freien Land alles auf das tägliche Leben einwirkt und was wir überhaupt nicht gebrauchen können.

 

Dass man damit glücklich ist, kann ich mir nicht vorstellen. Und die für Vergabe der Landesgartenschau zuständige Kommission wird auch in Misskredit geraten. Sie werden aber nicht sagen können, sie hätten von nichts gewusst. Vor der Vergabe vielleicht ja, jetzt aber ganz sicher nicht mehr.

 

Heinz Elflein

21.11.2020

01.12.2020

 

Der vierte Affe:

 

http://www.windsa.net/2019/04/komischer-duft-in-der-therme.html

 

 

Druckversion Druckversion | Sitemap
© Elfleins Frankenschau