Des Schmidtla

(nachbarschaftlich-akademisch-geprägte Bezeichnung)

 

In der Rubrik „Aus der Heimat“ schrieb die WZ am 05.07.2021 den Artikel „Mission Kanzleramt“. Was so hochtrabend benannt wurde, war weniger aufregend, ging es doch bloß um den Bezirksparteitag der CSU. Dass die sich dafür das Kur-und-Kongresszentrum Bad Windsheim ausgesucht hatte, halte ich für mutig und auch etwas dreist. Sie haben offenbar keine Furcht vor Volkszorn, das CSU-Volk ist brav und merkelt nicht, worauf es zornig sein sollte.

 

Werktags könnte die CSU denn dort wegen eigener Versäumnissen und Begünstigungen von Parteifreunden konfrontiert werden, wenn Heunisch gerade mal wieder in Kurparkumgebung die gewohnt misslungene Abart von Lavendelduft aus den Fenstern lässt. Die böswillige Mitmenschen auch für verbrannte Reifen halten könnten. Trifft aber nicht zu, denn der 04.07. war ein Sonntag und Heunisch duftet den Duft, der empfindliche Patienten (im wenige hundert Meter entfernten Krankenhaus) den Kopf über den Kübel hängen lassen könnte, frühestens Montag weiter.

 

Andere Begründungen, der CSU die Leviten zu lesen, gäbe es zuhauf. Wenn halb Bayern der CSU allerdings obrigkeitlichen Status zubilligt, hat auch der fränggische Unterthan mentale Probleme.

 

Der CSU Dauer-Chef Herrmann, zum x-ten Male wiedergewählt, war offenbar auch nie an einem Werktag da. Es wird auch keinen Sinn haben, ihn darum zu bitten, weil bayerische Vorzimmerkapazitäten erfahrungsgemäß ihren Chefs die Arbeit abnehmen, indem sie selbst entscheiden, was diese wissen sollen und was nicht. Dies ist nicht an den Haaren herbeigezogen, habe es mehrfach erlebt. Die Chefs dürfen ja nicht überlastet werden und so wichtig wird das  Bürgergeschreibsel wohl nicht sein. Eine Ausnahme in der Arbeitszeit, die er sich antut, ist der neue Bürgermeister von Bad Windsheim, Jürgen Heckel, der cirka 16 Stunden am Tag arbeitet und das muss wohl auch nicht sein.
 

Unter anderem wurde auf dem Bezirkstag der neue Bundestagskandidat Tobias Winkler vorgestellt, der Christian Schmidt ablöst. Weil der wegen seiner Repräsentationspflichten als „Hoher Repräsentant der Internationalen Gemeinschaft für Bosnien und Herzogewina“ keine Zeit mehr für ein Deutsches Bundestagsmandat hat. Haben Söder und Frau Merkel unisono gemeint, die ja bekanntlich immer einer Meinung sind und stets harmonieren. Schmidt hat das zunächst nicht gemeint, bis ihm Merkel und Söder mitgeteilt haben, was er zu meinen hat. Vielleicht hat Söder Frau Merkel auch nur zur Unterstützung gebraucht, weil er sich die (Hinweg)beförderung von Christian Schmidt nicht alleine getraut hat. Wohl wissend, dass der hinterfotzige Christian bei der künstlich erstaunten Frau Merkel eine giftige Stinkmorchel aus Brüssel in Berlin hinterlassen hat. So isser halt, der Christian. Die Eheleute Merkel und Söder haben sich im Übrigen über Schmidts Abschiebung und ihre eigene Begründung dazu am Wochenende in Bayreuth beinahe kaputt gelacht, es war im Fernsehen zu sehen.

 

Merkt es Euch, ihr CDU/CSU Politiker, wer sich mit Merkel anlegt, beendet seine deutsche Karriere. Das war schon immer so. Hört sich aber bald auf und dann hat Christian Schmidt wieder die Möglichkeit, von sich zu geben, dass er halt so sei, wenn ihn die anderen lassen.

 

Andererseits wissen aber auch nicht gerade besonders gebildete Mitbürger, dass die Wahrnehmung des Amtes für die „Internationale Gemeinschaft“ das höchst-erstrebenswerteste Amt für einen evangelischen Politiker ist, das natürlich die bisherigen Ämter als Verkehrsminister, Landwirtschaftsminister und Glyphosatminister total in den Schatten stellt. Es ist sozusagen die höchstmöglichste Spitze einer steilen Politkarriere. Jeder, was er verdient hat. Oder auch nicht, dann reicht der Proporz.

 

Darüber kommt in der Wertigkeit nur noch die Präsidentschaft der Vereinigten Staaten von Amerika, wenn Biden aufgibt und Donald Duck Trump verhindert werden muss, der bald wieder mit deutschen Erbtugenden vor dem Kapitol steht. Nur so ein Vergleich.

 

Sarajewo ist ja auch ein interessanter Ort. Vor allem seine Geschichte. Für Thronfolger ist Sarajevo nicht ganz ungefährlich. Die 17% römisch-katholischen Christen geben für einen evangelischen Christen einen guten Bezugspunkt, der auch 42% Muslime und 30% Orthodoxe beinhaltet. Hier könnte Christian seinem Vornamen entsprechend missionarisch tätig werden.

 

Zitat:

 

Es gibt keine offizielle Definition des Begriffs Internationale Gemeinschaft. Was darunter verstanden wird, ist daher unterschiedlich und hat sich zudem auch im Laufe der Zeit geändert. Die Natur der Gemeinschaft wird kaum näher dargestellt.

Als einzige echte Weltorganisation können die Vereinten Nationen daher durchaus als Verkörperung der Internationalen Gemeinschaft angesehen werden.

Der Hohe Repräsentant repräsentiert die internationale Gemeinschaft in Form der Vereinten Nationen in Bosnien und Herzegowina. Der Amtsinhaber verantwortet sich alle sechs Monate vor Vertretern der Außenministerien von mehr als 50 Staaten, dem sogenannten Friedensimplementierungsrat, der den Hohen Repräsentanten auch formal ernennt. Er besitzt weitgehende Vollmachten, so kann er demokratisch gewählte Amtsträger entlassen, Gesetze erlassen und neue Behörden schaffen.

 

Der Hauptsitz des Hohen Repräsentanten befindet sich in Sarajevo.

 

Ob der Hohe Repräsentant Residenzpflicht in Sarajevo hat, konnte ich in der Kürze meiner Recherchezeit nicht herausbekommen. Vorstellen könnte man sich, wenn man ein vorsichtiger und zurückhaltender Mensch wie meine Wenigkeit ist, dass sich Schmidt nicht unbedingt in gefährlicher Umgebung aufhalten möchte. Deswegen habe ich eigentlich auch Verständnis für den frommen Christian, wenn er gemeint hat, er könne das wenig aufreibende Herumsitzen im Wahlkreis ruhig weiter betreiben. Mit Blick vom Wohnzimmer auf das heimische Flussdreieck. Unterstellen wir es jetzt also mal so lange, bis ich etwas anderes weiß. Der hohe Muselmann-Beaufsichtiger darf die Zeit in Ferth absitzen, in blaue Zipfel beißen und muss nicht an der Miljacka hocken und sich fragen lassen, was er hier eigentlich wolle.

 

Ob Schmidt auch keine Zeit mehr für den Posten als Aufsichtsrat bei der Deutschen Bundesbahn hat und darauf verzichten möchte oder schon hat, bleibt abzuwarten. Zurzeit hat er die Einkommensquelle noch. Wird sich nicht beamen lassen müssen.

 

https://www.deutschebahn.com/de/konzern/konzernprofil/aufsichtsrat-1187670 

 

Er werde seiner Partei erhalten bleiben, drohte Schmidt so ganz nebenbei. Ach Du lieber mein Gott, Angela und Markus. Wappnet Euch.

 

Lange währt die Abschiebung sicher nicht. Schmidtla wird sich schon wieder im Kur- und Kongresscenter von Bad Windsheim von Wein-Karpfen-und Kartoffelköniginnen umreigen lassen dürfen, was dem befreundeten Landrat Weiß, der immer ganz außen stehen muss, verhohlenen Unmut in die Psyche treibt.


 

Tobias Winkler aus Roßtal, 43 Jahre, ist also der Neue, der sagen soll, dass er der sei, der da ist. Feine Logik, kommt vom Schmidtla. Stets in Roßtal wohnend, war er in mehreren Vereinen aktiv und ist seit 14 Jahren Vorstand der Marktplatz-Kärwaburschen. Genau der Karriereschritt, den ein Nachwuchspolitiker braucht, um Politerfahrung zu demonstrieren und junge Franken zu der intelligentesten Entscheidung ihres Lebens zu animieren, nämlich CSU zu wählen, um Winkler in den Bundestag zu befördern.

 

Heinz Elflein

vom Aischgrund inspiriert

Juli 2021

 

 

Manchmal sollte man sich Zeit lassen und auch sensibler sein, dann würde man vielleicht besser hinter die Geheimnisse unserer Zeit kommen.

 

All die Tage, nachdem ich diesen Artikel der Mitwelt aufgedrängt hatte, hat mich etwas gequält, bis es zum Vorschein kam. In der Nacht vom 23. auf den 24. Juli 2021 ist es zu Tage gebrochen. Normalerweise träume ich um diese Zeit von blauen Zipfeln und Rehschäufele oder auch von Sachen, die ich Ihnen hier nicht auf die Nase binden muss. Dem war aber diese Nacht nicht so. Denn da bahnte sich die Erleuchtung aus mir heraus.


 

Des Schmidtla will Kanzler werden.


 

Er hat es doch selbst gesagt, halt nur so, dass es höchstens Erleuchtete, solche wie ich, verstehen.


 

Er werde seiner Partei erhalten bleiben.


 

In der Windsheimer Zeitung – ein weit über Franken hinaus bekanntes, feinsinniges und investigatives Blatt – das sich nur etwas hinter den grobschlächtigen Nürnberger Nachrichten versteckt (müssen ja auch über Söder schreiben) und das nur ganz wenige Leute für ein Käseblatt halten, steht es schwarz auf weiß.

 

Er hat es ja gesagt in den heiligen Hallen von Bad Windsheim. Nur hundert Meter Luftlinie von der Stelle entfernt, wo Heunisch die behördlich genehmigten Höchststinkwerte ( die man sowieso nur riechen, aber nicht messen kann) locker unterbietet (wenn die Kontrolle angekündigt ist). Das verschafft CSU-Stadtratsangehörigen, die behaupten, dass Geld nicht stinkt, Kultcharakter.

 

Eigentlich ist es einfach und folgerichtig, wenn man sich Schmidts Karrierreleiter ansieht. Er hat der Verbannung bewusst nur zugestimmt, weil er bereits für die Zeit nach Sarajevo plant. Als Endpunkt dieser beispielhaften Karriere, die noch vor der Marsbesiedelung eintritt, kommt doch nur die Bundeskanzlerschaft infrage. Laschet wird nicht lange bleiben dürfen, weil er bereits jetzt als Schneewittchens Zwergenmeister gehandelt wird und das CDU-Nominierungsvolk ihn sowieso nur vorgeschoben hat, um zu warten, bis Angela wirklich weg ist von ganz oben und ein akzeptierter Nachfolger aus Angelas Ausgegrenztenriege kommen kann. Wenn Söder glaubt, er könne nachfolgen, täuscht er sich. Das christliche Wahlvolk wird niemand akzeptieren, der bereits einmal gegen Laschet verloren hat. Jemand aus Bajuwarien schon mal gar nicht. Was will man auch von jemandem erwarten, der Cola-light trinkt, wie das Investigativblatt WZ aufgedeckt hat.

 

Laschet hat in den letzten Jahren etliche politische Fehlleistungen gebracht, die die CDU-Führung offenbar vergessen lassen möchte. Oder auch nicht. Auch die Maskenaffäre, die seinen Sohn reicher gemacht hat, spricht nicht für ihn. Da ist es vorstellbar, dass er in Kreisen außerhalb Merkels nur als Übergangskanzler gehandelt wird und der große Zampano ein paar Monate wartet. Wenn es so ist, wäre es schon unverschämt, das deutsche Volk als Kulisse dafür zu missbrauchen. Ist aber alles nur Spekulation eines greisen Herrn.

 

Wenn also auch Söder ausfällt, bietet sich der verlorene Sohn als Rückkehrer vom Balkan an. Der dort für Deutschland gekämpft hat und sich mit Slivovitz quälen lassen musste, wenn er denn tatsächlich länger als ein paar Wochenende dort war.

 

Er darf dann auch wieder im Bad Windsheimer Kurpark Reigenspiele mit schärpentragenden jungen Frauen spielen und sein Freund, der Landrat, darf als Adlatus links außen daneben stehen und weiter hoffen, eines Tages in die Mitte des Reigens zu rücken. Als Staatssekretär ist sicher der Kärwaburschen-Vorsitzende Winkler geneigt, sich einschlägige Erfahrungen zum Erwerb eines gut dotierten Aufsichtsratsposten bei der Bahn zu erwerben.

 

Weitere Betrachtungen hierzu verbieten sich nun. Führt zu weit, obwohl ich noch zehn Seiten so weitermachen könnte. Überlege jetzt nur noch, wenn meine Weissagung in Erfüllung gehen sollte, ob einige Ministerien in die Residenz Würzburg oder die gleichnamige Abschreibungsruine im Bad Windsheimer Kurpark verlegt werden. Warten wir doch einfach ab und hoffen, dass der Aischgrund nicht doch noch absäuft.

 

Verzeihen Sie mir.

 

Heinz Elflein

25.07.2021

 

 

 

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